Gemeinsam den spannenden Tatort oder Polizeiruf genießen, und dabei einen Pfeffi gratis auf´s Haus.Nach diesem Fall brauchen Sie eine UmarmungDie Kommissare Bukow und König können sich eigentlich nicht leiden. "Sturm im Kopf" heißt ihr neues Abenteuer. Es ist eine fulminante Fahrt an den Rand des Ich. Hinterher braucht man Wärme und Nähe.Dieser Fall wird vielleicht in die Krimi-Geschichte eingehen. Er fällt, sie fällt, sie halten sich, fangen sich auf. Und fallen und halten. Es ist ein grauer Tag in Rostock. Der Fall der beiden Kommissare dauert nur eine Sekunde. Dann liegen Frau König und Herr Bukow, die sich siezen seit Jahren und eigentlich seit Beginn ihrer prekären Zusammenarbeit sich nicht leiden können und doch einander nah sind wie sonst nichts auf der Welt, dann liegen sie aufeinander. Und ein bisschen Ruhe ist am Meer.Sie haben sich gefunden, die Kommissare. Das war auch diesmal, in "Sturm im Kopf", ihrem elften Fall, nicht abzusehen. Sie haben sich bis zu ihrem Fall wie immer angeknurrt wie der Terrier des Nachbarn Katze auf der Straße. Sich zu finden war aber nötig und überfällig. Irgendwie alle hatten den Kopf verloren. Einer sogar beinahe buchstäblich.Der lag tot im Wald. Ein Windkraftmagnat. Irgendwer hatte ihm aus ziemlicher Nähe mit vier Schüssen den Schädel beinahe komplett weggepustet. Das sah nicht gut aus.Ein paar Kilometer weiter schwankt die Kamera um einen Mann herum, der sich den Kopf hält, sich eine Gitarre nimmt, schlecht schrammelt, die Kamera schwankt weiter. Er faselt was, man versteht es kaum, hält sich den Kopf, er glaube, faselt er, einen Mann erschossen zu haben."Die Festplatte", wird ein Psychiater kurze Zeit später von ihm sagen, "ist noch in seinem Kopf. Aber das Kabel ist ab." Das lässt sich mit Fug und Recht von ziemlich vielen, beinahe allen sagen in dieser wilden Geschichte. Die haben sich verloren, da in Rostock. Sind ohnmächtig gegenüber ihrer Mitwelt, gegenüber ihrer Obrigkeit. Bis zur Bewusstlosigkeit sind sie das. Schweben im All ihrer Einsamkeit herum. Da ist es kalt. Und man stirbt schnell. Zumindest den Gefühlstod.Der Kommissar Bukow (Charly Hübner) zum Beispiel, dessen Geschichte in den Rostocker "Polizeirufen" konsequent durcherzählt wird, verliert endgültig seine Frau, seine Familie. Die war ihm so wichtig wie der Sauerstoffschlauch dem Astronauten. Sie sitzen im Auto. Er kann es nicht fassen. Selten hat man die Verwandlung eines hoffnungsvollen Mannes in ein hochexplosives schwarzes Loch derart grandios erlebt.Es bleibt überhaupt nichts bloße Behauptung, was man da sieht. Jedes Bild, jede Geste, jeder Dialog sitzt, beißt und tut weh. Alle fallen, einige fallen über andere her. Am Ende ist man wie durchs Wasser gezogen. Und muss dringend jemand in den Arm nehmen.