Das Konzertprogramm besteht aus estnischen Volkschorälen, deren Melodien zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Volksmund aufgeschrieben wurden. Diese Melodien präsentieren die geistige Gesangstradition, die damals in den Randgebieten Estlands noch vorhanden war und die aus der Zeit stammt, in der die Orgel noch nicht als Begleitinstrument des Gemeindegesangs verwendet wurde.
Die sogenannten kreisenden Choräle wurden nach dem Vorsänger gesungen und auch außerhalb der Kirche, wo diese sozusagen ihr eigenes Leben entwickelten. In den volkstümlichen Chorälen kann man häufig schon die Melodien, die in der lutherischen Kirche verwendet wurden, wiedererkennen, aber diese wurden teils etwas vereinfacht, teils auch erweitert ausgeschmückt.
Zum 500. Jahrestag der Reformation stehen im Mittelpunkt des Programms volkstümliche Interpretationen der Martin Luther zugesprochenen Choräle. Diese Melodien, die in vielerlei Hinsicht auf der Musiktradition des Mittelalters fußen, haben tiefe Spuren in der Schatzkammer der estnischen Volkschoräle hinterlassen und so die lokale Musikkultur beeinflusst. Auf dem Programm stehen zum Beispiel volkstümliche Versionen von Luthers Chorälen „Christ unser Herr zum Jordan kam”, „Gelobet seist du, Jesu Christ”, „Jesus Christus, unser Heiland”, „Vater unser im Himmelreich” und „Wohl dem, der in Gottes Furcht steht”.
Die Arrangements der Volkschoräle sind als gemeinsame Kreationen des Ensembles entstanden, der Klang wurde sowohl durch estnische Volksmusikinstrumente als auch durch Musikinstrumente des Mittelalters bereichert. Das Konzert dauert ca. 60 Minuten.
Das Ensemble TRISKELE:
Tarmo Tabas – Gesang
Ergo-Hart Västrik – Gesang
Heikki-Rein Veromann – Flöten, Gesang
Toivo Sõmer – Laute, Bouzuki, Harfen, Gesang
Janno Mäe – Schlagzeug, Harfe, Gesang
Das Ensemble Triskele kam in Tartu im Jahr 1997 zusammen, um estnische geistliche Volksmusik vorzutragen. Während der zwanzigjährigen Zeit des gemeinsamen Musizierens wurden sieben Alben veröffentlicht, auf denen estnische volkstümliche Choralschätze und ältere Volkslieder interpretiert wurden. Neben den Volkschorälen boten dem Ensemble als Inspiration sowohl altestnische alliterierende Volkslieder als auch die europäische Musik des Mittelalters.