Stadtflussland Berlin. Ein Landschaftstheater

ICAL

Mercedes-Platz / Mühlenstraße 10243 Berlin - zum Stadtplan

Freitag 05.11.2021 - 07.11.2021 - Anfangszeit: 16:00 Uhr

Kategorie: Musik

Stadtflussland Berlin. Ein Landschaftstheater

Installation, Performance, Musik an der innerstädtischen Spree:

16:00 Uhr Anlegestation 1: Mercedes Platz / Mühlenstraße
18:00 Uhr Anlegestation 2: Dom-Aquarée / Karl-Liebknecht-Brücke
19:30 Uhr Anlegestation 3: Haus der Kulturen der Welt

(Aufführungsdauer jeweils ca. 30 Minuten)

Ein Schiff wird kommen! Es bringt Botschaften von verschwundenen Dörfern und Landschaften nach Berlin. Denn die Spree verbindet die Stadt direkt mit diesen ausgekohlten Gebieten in der Lausitz. Und an schlechten Tagen fließt sie rückwärts, weil sie Löcher von der Größe Berlins fluten muss. Das Schiff kommt aber auch mit einem waghalsigen Angebot, das unser Selbstverständnis als Städtebewohner:innen in Frage stellt: Ein Anwerber will Pionier:innen für die Lausitz gewinnen, denn das Neue Große Landschaftstheater (NGLT) sucht vielfältige Formen von Lebendigkeit und braucht vor Ort jede/n nach ihren/seinen Fähigkeiten! Als Vertreter:innen der Stadtgesellschaft nimmt ein Chor das Schiff an den Ufern in Empfang. Erwartungen werden verhandelt und ein Dialog zwischen Stadt und Land versucht. Kann das utopische Potential der transformierten Landschaften am Ende gemeinsam herbei gesungen werden?

Schiff als Intervention
Das eigens für die Performance entworfene Schiff wird als schwimmende Installation auf der innerstädtischen Spree vom Ufer aus sichtbar. Mit Durchsagen und Klängen wird es Botschaften der Katastrophe und der anthropozänen Landschaft aus der Lausitz in die Stadt tragen und mit den Städtebewohner:innen am Ufer kommunizieren.

Das utopische Potential
Wie lassen sich die Beziehungen zwischen den rohstoff- und energiehungrigen Städten und den ausgebeuteten Landschaften am Ende des fossilen Zeitalters neu denken, verhandeln und gestalten? Wie schaut die Stadt aufs Land und wie das Land auf die Stadt? Wie soll das Neuland aussehen und welche Akteure entwerfen es? Die Spree als natürliche Verbindung zum Lausitzer Kohlerevier ist der ideale Ort, um diese Fragen in Berlin in Szene zu setzen und einen Dialog zwischen beiden Räumen in Gang zu setzen. Stadtflussland Berlin lädt angesichts der Herausforderungen des Anthropozäns zum notwendigen Perspektivwechsel ein. Es ist der Auftakt im Entwurf des Neuen Großen Landschaftstheaters (NGLT), mit dem Recherchepraxis die Baustellen des Anthropozäns neu bespielen will.

Mehr Infos im Internet:

www.recherchepraxis.de

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