Der Name ist Programm: el.briA±o – eine Wortneuschopfung aus den Nachnamen der beiden Bandleader, der Alt-Saxophonistin Kati Brien und dem Gitarristen David RiaA±o – steht für originelle Gemische und überraschende Kompositionen. Ihre Songs entfalten unverkennbare Klangraume und Melodien, die ganz bei sich sind. el.briA±os volle, harmonische Klange und schwebende Melodien bewegen sich im Bereich des modernen Jazz, verlieren durch Traditionsbewusstsein und Talent der Nachwuchsmusiker jedoch nie die Bodenhaftung.
Die fünf Bandmitglieder aus dem Umfeld des Jazz-Instituts Berlin spielen auch außerhalb von el.briA±o in unterschiedlichsten Formationen – als Quintett verbindet sie Spielfreude und ein sicheres Gespür für leise Tone und komplexe Songstrukturen. Hier wird nicht übertont, geprotzt und nachgejagt, sondern einander zugehort. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel zwischen Saxophon, Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug – ein Spiel im wahrsten Sinne des Wortes: mal mit- und mal gegeneinander, Regeln beachtend oder bewusst brechend, wachsam, leichtfüßig und emotional. Im sicher abgesteckten Rahmen der meist traditionell aufgebauten Kompositionen bleibt immer ein horbarer Spielraum für Improvisation, ein offenes Ohr für den Moment. Lyrische Melodien fließen zwischen Saxophon und Gitarre hin und her, stets ausbalanciert zwischen Eingangigkeit, Neugier auf Neues und versteckten Details.
Das seit gut einem Jahr bestehende Quintett hat bei zahlreichen, auch internationalen Konzerten (u.a. 2010 bei den Stuttgarter Theater Jazztagen und dem Jazzfest in Lyon) bereits einen eigenen Ton unter Beweis gestellt – mal forsch, mal fragend, aber nie aufdringlich. Auf der Suche nach musikalischen Atmospharen, Erlebnis- und Erinnerungsraumen gelingen el.briA±o Kompositionen, die von Kindern ohne Schokolade, von Müßiggang und Balanceakten erzahlen und dem Zuhorer stets genug Raum für eigene Melodien lassen.