ArtSalon bei KiezKultur

ICAL

Herbartstr. 25 14057 Berlin - zum Stadtplan

Mittwoch 01.03.2023 - Anfangszeit: 18:30 Uhr

Kategorie: Musik

ArtSalon bei KiezKultur

“Duo Zwischen”

Annika Spegg, Voline
Robert Rülke, Violine

Meister des Kontrapunkts
Eine Hommage auf Max Reger

Thomas Morley (1557 oder 58 - 1602)
Aus den zweistimmigen Canzonetten (1995) - Fantasie: Il doloroso Fantasie: La girandola Fantasie: La rondinella

Max Reger (1873-1916)
Aus den Canons und Fugen im alten Stil (1914) - 1. Duo e-moll I. Canon II. Fuge

Thomas Morley (1557/8 - 1602)
Fantasie: Il grillo Fantasie: Il lamento Fantasie: La caccia Max Reger 2. Duo d-moll I. Canon II. Fuge

Thomas Morley
Fantasie: La sampogna Fantasie: La sirena Fantasie: La tortorella

Max Reger
3. Duo A-Dur I. Canon II. Fuge Isang Yun (1917-1995) Sonatina für zwei Violinen (1983)

Isang Yun (1917-1995)
Sonatina für zwei Violinen (1983)

Passend zum 150. Geburtstag Max Regers (1873–1916) will das “Duo Zwischen” unter dem Titel "Meister des Kontrapunkts" die Drei Canons und Fugen im alten Stil von Max Reger aufführen. Das Programm ist eine Hommage an den Komponisten, der einer der größten Meister der alt-ehrwürdigen Kompositionstechnik des Kontrapunkts, der Arbeit mit gleichwertigen, voneinander unabhängigen Stimmen, genannt werden muss. In diesem Programm wird er neben zwei weitere Komponisten aus ganz verschiedenen Epochen gestellt, deren musikalisches Denken vom Kontrapunkt geprägt ist. Der Engländer Thomas Morley (1557 oder 58–1602) steht am Übergang zum Barock und schreibt die älteren kontrapunktischen Techniken fort, während der lange Zeit in Berlin wirkende, gebürtige Koreaner Isang Yun (1917–1995) den Umgang mit kontrapunktischen Ideen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt. In der ersten Hälfte des Konzerts sollen zwei der Canons und Fugen im alten Stil von Reger im Wechsel mit Fantasien Morleys erklingen. Obwohl Reger bei dem im Titel erwähnten “alten Stil” zweifellos das Schaffen Johann Sebastian Bachs im Sinne hatte, tun sich auch zu den Fantasien des weit älteren Morley überraschende Gemeinsamkeiten auf, etwa im Hinblick auf die große Gesanglichkeit und Freiheit der Einzelstimmen. Beiden Komponisten gelingt es zudem oft, den Eindruck hervorzurufen, es seien im Tonsatz noch mehr als nur zwei Stimmen versteckt. Und von verschiedenen Seiten aus sind Morley und Reger nicht einfach der Tonalität zuzuordnen. Während Morley die ersten, erkundenden Schritte im sich allmählich formierenden System der tonalen Harmonik unternimmt, ist Regers Tonsatz so konsequent chromatisch aufgeladen, dass die Bindungskräfte dieses Systems nicht mehr wirken. Bei beiden liegt jedoch der Fokus nicht auf der Harmonik, sondern auf der Linienführung. Die zweite Hälfte des Programms widmet sich der Gegenüberstellung der Canons und Fugen im alten Stil mit der Sonatina für zwei Violinen von Isang Yun. Yun entwickelt in seinem Werk einen ganz eigenen Kontrapunktstil, der sich – inspiriert von der traditionellen koreanischen Musik – mehr auf der Ebene von Dynamiken als auf der von Tonhöhen abspielt. Das Zusammenspiel unabhängiger Stimmen findet sich in seiner Musik etwa oft in Gestalt eines abwechselnden Wartens und Fließens, wobei die Musik in diesen kontrapunktisch anmutenden Strukturen in einem spezifischen Schwebezustand bleibt. So wird in diesem Programm der so häufig unterschätzte Reger gleichermaßen als Fortführer einer alten Technik und als Innovator, als Klassiker und als Bezugspunkt späterer Entwicklungen gezeigt. -

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