Jour fixe am 5. Februar 2018, 19 Uhr, Eintritt frei.
Die Ausstellung FOTO | ALBUM zeigt in drei Kapiteln die typischen Motive und Posen in Fotografien, die besonderen Erzählstrukturen von Fotoalben und die Gebrauchsweisen und sozialen Funktionen fotografischer Objekte. Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge macht so seine reiche, aber wenig bekannte Sammlung privater und anonymer Fotografie sichtbar, die seit der Museumsgründung in den frühen 1970er Jahren kontinuierlich, aber größtenteils unsystematisch – durch Schenkungen und Flohmarktankäufe – gewachsen ist.
Bei den meisten Fotoalben und Einzelfotos lässt sich die Provenienz nicht klären; sicher scheint aber, dass sie überwiegend für einen rein privaten Nutzungskontext entstanden sind. Deshalb erforderte die Ausstellung eine Auseinandersetzung mit musealen Grundfragen, die im Rahmen eines Jour fixe am 5. Februar 2018 noch einmal thematisiert werden sollen.
Der Arzt, Jurist und Autor Rainer Erlinger, der im Magazin der Süddeutschen Zeitung regelmäßig Moralfragen beantwortet und der Konzeptkünstler Joachim Schmid, der in seinen Arbeiten mit anonymen Fotografien arbeitet, sind zu einem kontroversen Gespräch mit Sophie Schulz und Renate Flagmeier und dem Publikum eingeladen.
Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie sollten Künstlerinnen und Künstler, Archive und Museen mit diesem sensiblen Erbe umgehen? Welche rechtlichen und ethischen Fragen sind zu klären? Welcher Wert und Schutz sollte den massenhaft vorhandenen, aber dennoch individuell bedeutsamen privaten Fotografien zugemessen werden? Wie ist es möglich, im Umgang mit „verwaisten Werken“ die Intimität und Selbstbestimmung des Individuums zu achten? Gibt es Unterschiede in der künstlerischen und in der musealen Nutzung solcher Fotografien?