Habt Ihr auch den rbb-Beitrag gesehen? 200 verloren wirkende Leute beim Eröffnungsfilm 'Parasite' im weiten Rund des fast leeren Freiluftkino Rehberge. Das Kino hätte wohl 10mal so viele Tickets verkaufen können und bräuchte solche Komplett-Abende auch, Sommer ist nun mal zeitlich begrenzt. Für die nächsten warmen Tage waren die Kinos mit diesem Minikontingent sofort ausverkauft, ab nächster Woche sind es immerhin 500 erlaubte Plätze, aber warum nicht jetzt schon auf mindestens 1000 Leute hochfahren? Die Kinos können das - mit Anstand, Abstand & Rücksicht!
Zugleich versammeln sich 15.000 Leute weitgehend ohne jeglichen Abstand auf dem Alexanderplatz. Wenn die Infektionszahlen auch nach diesem "Super-Spreading-Event' (Lauterbach), der Bootsdemo und nach den Lockerungen immer noch so niedrig wie die ganzen letzten Monate bleiben, kann man doch daraus schließen, dass draußen auf jeden Fall wenig problematisch war/ist? Und Einschränkungen z.B. für Freilfutkinos und andere Kultur, die sich alle Hygiene-Regeln erfüllt, schneller lockern. Vor allem wenn auch die Verläufe weiter so mild wie bisher bleiben.
Wurde jemals ein großer Infektionsherd im Freien nachgewiesen? Die bekannten Fälle waren doch alle indoor. Angeblich mal ein Fußballstadion in Norditalien, die Leute können sich doch aber auch alle bei An- oder Abfahrt infiziert haben.
Im Vergleich zu den dichtgedrängten 15.000 muss man sich auch mal die Regelung reinziehen, dass theoretisch 5 Leute in Berlin (auf Abstand!!) gesundheitsfördernd Radfahren und Wandern dürfen! Zum Glück haben die meisten Ausführenden dieses Irrsinns, die ja auch um fragwürdige Verhältnismäßigkeiten wissen, schon vorher Fingerspitzengefühl gezeigt.
Unabhängig davon ist auf jeden Fall noch mehr unter Wahrung der Abstands- und Hygienevorschriften möglich! Auch drinnen. Wie ich von einer befreundeten Trainerin erfahren habe, seien nur 8 Leute in einem Raum erlaubt, EGAL wie groß der Raum ist? Hatte das Ordnungsamt per Vor-Ort-Kontrolle angeordnet, so dass ein Kurs kurzfristig noch ein viertes Mal geteilt werden musste. Das lohnt sich dann irgendwann für die Trainer und Studios nicht mehr. Augenmaß und weniger Berufsverbote sind mindestens genauso wichtig wie Steuergelder mit der Bazooka verschießen. Von anderen Kollateral-Schäden wie häuslicher Gewalt mal abgsehen. Oder mehr 'Zu-vermieten-Schaufenstern' und Traditionslokalen, die wie die Giraffe (nach 20 Jahren) schließen müssen.
Nicht alle, die Verhältnismäßigkeiten hinterfragen (Öffnungsdiskussionsorgien muss eine Demokratie aushalten können), sind Aluhüte oder Berufsdemonstranten. Erwähnenswert auch, dass einige in meinem Bekanntenkreis, die selber in komfortabler Situation sind (öffentlicher Dienst etc.), sogar welche der sogenannten 'Risikogruppe', sich ähnliche Gedanken machen und dafür sind, jetzt mehr vom Angst-Modus in den Aufbruch-Modus zu wechseln (mit Abstand, Hygiene, Rücksicht, gesundem Menschenverstand).