RealFiktionen: Text/Theater

ICAL

Mehringdamm 61 10961 Berlin - zum Stadtplan

Mittwoch 13.05.2015 - Anfangszeit: 20:00 Uhr

Kategorie: Lesungen & Hörspiele

Deniz Utlu und Olga Grjasnowa -  Romane auf der Bühne
Wolfram Lotz und Hannes Becker ­- Die Hand vom Intendant, die Band vom Inspizient

Romanadaptionen als Alternative / Erweiterung / Herausforderung / Publikumsfänger für das Theater? Zwei AutorInnen, Olga Grjasnowa (Die juristische Unschärfe einer Ehe) und Deniz Utlu (Die Ungehaltenen), deren Romane gerade für die Bühne bearbeitet werden, bringen ihre RegisseurInnen mit zu einem öffentlichen Arbeitsgespräch, um herauszufinden, wie man mit Romanen eigentlich im Theater verfährt. Welche Möglichkeiten gibt es, welche Anforderungen, welche Realität strukturiert einen Roman und wie kommt diese auf der Bühne rüber? Und wer hat eigentlich die wichtigste Szene gestrichen?

Wolfram Lotz, der spätestens mit dem Stück Die lächerliche Finsternis die Bühnen für sich gewonnen hat und Hannes Becker, der als Autor (Westliche Werte) und Übersetzer (u.a. von Pamela Carter) arbeitet, publizieren zusammen auch gern zusammen immer wieder Ideen für ein unmögliches Theater und haben sich vor kurzem mit 27 Forderungen an selbiges zurückgemeldet. Und sie versprechen uns diesmal endlich einen Abend, der exakt in Richtung dessen geht, was Titel inklusive Untertitel versprechen. Was macht der Text im Theater? Warum geht er nicht woandershin?

Deniz Utlu wurde 1983 in Hannover geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris und lebt als freier Autor in Berlin. 2014 erschien sein Roman Die Ungehaltenen im Graf Verlag. Seine Stücke Tod eines Superhelden und Fahrräder könnten eine Rolle spielen wurden 2011 und 2012 im Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt. Diese hatte er im Schreibduo Angry Birds mit Marianna Salzmann geschrieben, mit der er 2013 die Literaturwerkstatt RAUŞ - NEUE DEUTSCHE STÜCKE leitete. Im Maxim Gorki Theater kuratiert er seit 2013 die Lesereihe gegen sätze. Seit 2003 gibt er das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext heraus.

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbaidschan geboren und wuchs im Kaukasus auf. Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2011 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Derzeit studiert sie Tanzwissenschaften an der FU Berlin. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie zuletzt 2012 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie das Hermann-Lenz-Stipendium. 2014 erschien der Roman Die juristische Unschärfe einer Ehe, der 2015 am Maxim Gorki Theater uraufgeführt wird. 2014 erhielt sie ein Arbeitsstipendium für Schriftsteller der Kulturverwaltung des Berliner Senats und 2015 den Chamisso-Förderpreis für ihren zweiten Roman.

Wolfram Lotz wurde 1981 in Hamburg geboren, studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft in Konstanz, und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa. Er erhielt u.a. den Werkauftrag und den Publikumspreis des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens sowie den Kleistförderpreis für das Stück Der große Marsch. Seine Theaterstücke erscheinen alle beim S. Fischer Verlag und werden deutschland- und österreichweit inszeniert. So feierte sein letztes Stück Die lächerliche Finsternis 2014 am Burgtheater in Wien seine Uraufführung und wurde 2015 für den Mühlheimer Dramatikerpreis nominiert und in der Burgtheaterinszenierung zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Hannes Becker wurde 1982 in Frankfurt am Main geboren und lebt in Berlin. Er studierte Neuere Deutsche Literatur, Geschichte und Amerikanistik in Berlin sowie Literarisches Schreiben in Leipzig. Er veröffentlichte in Magazinen wie EDIT, Lauter Niemand, Neue Rundschau und Tippgemeinschaft. Außerdem betreut er den Weblog ,http://www.dasuntergehendeschiff.blogspot.de übersetzte Theaterstücke von Pamela Carter für den Suhrkamp Verlag und trat selbst als Dramatiker in Erscheinung. Zuletzt erschienen 27 Forderungen an das Theater (gemeinsam mit Wolfram Lotz), in: Theater Heute, Jahrbuch 2014 (abrufbar auf http://www.editonline.de/blog/27-forderungen-das-theater/).
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6.-15. Mai 2015: RealFiktionen

Wie kann in Berlin eine Auseinandersetzung über Dramatik abseits des Theaterbetriebs, und umgekehrt eine Auseinandersetzung über Prosa im dramatischen Kontext geschaffen werden? Und welche Texte dürfen fiktiv über welche Wirklichkeiten überhaupt in welchem Rahmen erzählen? RealFiktionen ist ein Symposium für zeitgenössischen Theatertext und seine Schaffensprozesse. Der Dramatiker Thomas Köck und die Literaturveranstalterin Carolin Beutel haben 10 AutorInnen versammelt, die an der Schnittstelle von Theater / Prosa und Performance arbeiten. An drei Abenden werden sie medial vielfältig über Text und Theater nachdenken, nicht im Theater selbst, sondern im Literaturhaus. Ziel ist es den Theatertext dort zu kontextualisieren und zur Sprache zu bringen, wo er die letzten Jahre selten bis gar nicht zu sehen war: In der Literatur.

Künstlerische und organisatorische Leitung: Carolin Beutel und Thomas Köck

Gefördert aus Projektmitteln der Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten

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