Nathanael Wests bitterbose Satire auf das Land der unbegrenzten Moglichkeiten ist eines der abgründigsten Bücher der US-Literatur - von markerschütternder Tragik und zugleich zum Schreien komisch. Nie wurde der amerikanische Traum genüsslicher konterkariert als in dieser temporeichen Wildwestfarce.
Die Welt gehort den Braven und den Tüchtigen! Das jedenfalls glaubt Lemuel Pitkin, der in seiner jungenhaften Einfalt fortwahrend an die Falschen gerat: an Revolverkapitalisten, Rattenfanger, Rowdys. Doch so sehr man ihn auch schropft und schindet, hartnackig halt unser Yankee von der traurigen Gestalt an seinen Idealen fest. Lemuel opfert nacheinander Auge, Daumen, Gebiss, Bein, Skalp, zuletzt gar sein Leben, um - Ironie des Schicksals - posthum doch noch zu hochstem Ansehen zu gelangen: als Martyrer einer Sache, die nie die seine war.
Dieser Roman entlarvt den Aberwitz einer Welt, in der alles den Gesetzen von Show und Big Business unterworfen ist. Die heiter-beschwingte Art, in der der Erzahler die großten Ungeheuerlichkeiten Revue passieren lasst, macht das Buch zur aufwühlenden Provokation. Mit formvollendeter Perfidie strapaziert Nathanael West die amerikanische Glücksrhetorik, bis diese in puren Zynismus umschlagt.
"Woody Allen meets Quentin Tarantino - ein zynisches Feuerwerk"
Nathanael West (1904-1940), Sohn litauischer Juden, wurde als Nathan Weinstein in New York geboren. In den 1930er-Jahren Drehbuchschreiber in Hollywood, war er mit so namhaften Schriftstellerkollegen wie F. Scott Fitzgerald oder Dashiell Hammett befreundet. Sein schmales Erzahlwerk weist ihn als gewitzten Kritiker neuzeitlicher Glücksideologien aus.