19:00 Uhr Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berliin-Schoneweide
Uber eine halbe Million auslandische Zwangsarbeiter lebten und arbeiteten
wahrend des Zweiten Weltkrieges in Berlin. Ihre Gesundheit war durch
zahlreiche Umstande hochst gefahrdet: Neben den Arbeitsbedingungen, der
Unterbringung in Massenquartieren und der Ernahrungssituation sind auch die
psychischen und physischen Folgen der rassistischen Diskriminierung oder des
Bombenterrors zu nennen. Medizinische Versorgung, wie sie etwa die
deutschen A¢-¬A¾VolksgenossenA¢-¬A" erfahren konnten, stand den Zwangsarbeitern nur
eingeschrankt zur Verfügung. Wenn eine medizinische Behandlung
unumganglich war, so gab es gesonderte Einrichtungen A¢-¬- von der
Sanitatsstube über spezielle Baracken in Kliniken bis hin zu regelrechten
Auslanderkrankenhausern. Für schwerstkranke Zwangsarbeiter, deren
medizinische Prognose aussichtslos erschien, gab es ein spezielles Lager in
Berlin-Blankenfelde.
Einige dieser Einrichtungen in Berlin werden angesprochen. Da die wenigsten
von ihnen intensiver erforscht sind, wird das Referat auch Gelegenheit zum
Austausch über den aktuellen Kenntnisstand geben.
Dr. Bernhard Bremberger (Vortrag), Kulturwissenschaftler, beschaftigt sich
sei über zehn Jahren mit dem Thema NS-Zwangsarbeit in Berlin,
besonders mit der Lagertopographie und der medizinischen
Versorgung. Seit 2001 Koordinator der Mailing-Liste NS-Zwangsarbeit.
Veroffentlichungen u. a. zum A¢-¬A¾AuslandereinsatzA¢-¬A" im Gesundheitswesen
(hg. zus. mit Günter Siedbürger und Andreas Frewer, 2009).
Günter Siedbürger (Moderation), Studium der Volkskunde, Germanistik und Soziologie.
Zahlreiche Forschungen und Veroffentlichungen zu Industriekultur
und NS-Zwangsarbeit, bes. zur medizinischen Versorgung. Koordinator
des Ausstellungsprojektes A¢-¬A¾Auf der Spur europaischer Zwangsarbeit.
Südniedersachsen 1939-1945A¢-¬A".