Lesung: Albert Tullio Lieberg

ICAL

Frankfurter Allee 11 10247 Berlin - zum Stadtplan

Donnerstag 23.05.2013 - Anfangszeit: 20:00 Uhr

Kategorie: Lesungen & Hörspiele

Albert Tullio Lieberg, Sohn eines estländischen Vaters und einer italienischen Mutter, wird in Mailand geboren. Er wächst im Ruhrgebiet auf - Gelegenheitsjobs und Sänger einer Punkrockband. Nach dem Diplom in Soziologie und Wirtschaft, beendet er in London das Studium des lyrischen Gesangs. Es folgt parallel dazu die Promotion in Entwicklungspolitik an der Universität München. Nicht nur während seiner Ausbildung arbeitet er als Statist und Schauspieler für Theater und Film, als Kellner und Barmann, als Zeitungsbote, in Gärtnereien, als Landarbeiter auf Plantagen und als Montagearbeiter in Stahlwerken. In den neunziger Jahren zieht er nach Rom, später nach Barcelona und Berlin. Seit über zwanzig Jahren ist er immer wieder als Entwicklungsberater für die Vereinten Nationen in Krisengebieten tätig. Er schreibt Romane, Erzählungen, und Kurztexte.  

 

Ludmilla Koshmarova (Erzählung)

Nach langer Auslandstätigkeit wird Ludmilla aus dem Sicherheitsdienst Rußlands entlassen. Acht Jahre vorher hat sie in Deutschland ein Kind zur Welt gebracht, das sie sofort nach der Entbindung alleine zurücklassen mußte. Unter dem Namen Angelika Soltau beschließt sie nach Deutschland zurückzukehren und den kleinen Jewgeni zu suchen. Die Angst vor sich selbst und davor in das Leben des Jungen einzugreifen, treibt Ludmilla in ein Verwirrspiel zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Vergangenheit und Zukunft, in dem Jewgenis Adoptivvater, Jewgenis wirklicher Vater, der verschollene Anatolij, und ihr ehemaliger Vorgesetzter General Plastchenko zu Protagonisten werden. Einblendungen einer rasenden Fahrt durch die Tundra, auf der Ludmilla besessen die Schlittenhunde antreibt, begleiten die Geschichte...    

Kunststurz (Erzählung) 

In einer spanischen Großstadt am Meer. Ezio, ein Italienischlehrer, Leiter einer Sprachschule, verabredet sich in einem Café vor dem Museum für zeitgenössische Kunst mit einer Frau, die sich für eine freie Stelle in seiner Schule beworben hat. Er wartet vergeblich und beschließt somit ins Museum zu gehen. Hier trifft er auf eine Frau, die vorher im Café an seinem Nebentisch gesessen hatte. Sie unterhalten sich beiläufig und sehen sich gemeinsam die Ausstellung an. Immer mehr Menschen drängen sich in dem zum Teil verglasten Gebäude die langgezogenen Rampen bis in den letzten Stock hoch. Ganz oben steht unmittelbar an der Balustrade eine nackte Künstlerin auf einem Podest. Mit ausgebreiteten Armen steht sie still vor dem Abgrund. Vom dritten Stockwerk sieht Ezio durch die Glasfassade wie unten im Café vor dem Museum jetzt eine Frau sitzt, die anscheinend ein Italienischlehrbuch vor sich liegen hat. Er versucht durch die Massen von Zuschauern zu brechen, die gebannt auf die stürzende Künstlerin starren... 

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