19.30 h im Kulturzentrum Danziger Str. 50 (Prenzlauer Berg).
Julio Baghy, eigentlich: Gyula Baghy, 1891 - 1967) war ein ungarischer Autor und Schauspieler. Seine Novellen und Gedichte erschienen in verschiedenen Sprachen, insbesondere auf Esperanto.
Es werden Beispiele aus seinem Werk in Poesie und Prosa vorgetragen.
Charakteristisch für Baghys Werke war der Leitsatz -Liebe erzeugt Frieden, Friede erhalt die Menschheit, und die Menschheit ist das hochste Ideal-.
Die ersten Gedichte verfasste Baghy in seiner russischen Kriegsgefangenschaft. Der erste Gedichtband -Preter la vivo- erschien 1922 und zeigte neue Wege der Esperanto-Poesie auf: Die Worte, Reime, und Bilder ziehen den Leser in eine Zauberwelt, die mal von personlichen, mal von humanistischen Themen handelt. Die Poesie war für Baghy ein Mittel, seine Gefühle originell und neuartig in Esperanto auszudrücken Durch Verwendung assonantischer Reimformen erweiterte er auch die sprachlichen Moglichkeiten.
In seinem zweiten Band -Pilgrimo-, der 1926 erschien, kam sein Talent noch besser zur Geltung. Für seinen dritten Band -Migranta Plumo-, 1929 erschienen, suchte Baghy wieder nach anderen Formen. Im vierten und letzten Band -La vagabondo kantas- (1933) kehrte er aber wieder zurück zur klassischen Esperanto-Sprache, um sein dichterisches Talent - mit leichten Einflüssen der Ungarischen Poesie - zu vollenden.
In seinen Novellen -Dancu Marionetoj- (1927), -Migranta Plumo- und -Printempo en la Aŭtuno- (1931) zeigte er sich klar als Kampfer für den Frieden, teils in düsteren Farben, teils mit spitzer Feder.
Der erste Roman, -Viktimoj- (1926 erschienen), beschreibt sein Leben in Kriegsgefangenschaft; ist aber durch Baghys Humor packend und spannend zu lesen. Der wohl wichtigste Roman ist aber -Hura!- (1930), der eine Satire über die menschliche Gesellschaft darstellt.
Das 1934 erschienene Buch -La teatra korbo- enthalt Erinnerungen von Baghys Kindheit an, Bekenntnisse über den Menschen und Autoren Baghy, sowie dessen Leben und Arbeit für Esperanto.