Ein deutsch-dänisch-amerikanischer Lyrikabend im ORi. Drei Lyriker, drei Sprachen, die verschlungenen und schwierigen Wege des gegenseitigen Übersetzens.. Jan Wagner, Carsten René Nielsen (Dänemark) und David Keplinger (USA) stellen neue Gedichte vor und diskutieren dabei das Problem der Übersetzung von Lyrik. Jan Wagner wird dazu seinen jüngst erschienenen Essayband "Der geschlossene Raum" (Hanser 2017) präsentieren und daraus vorlesen.
Carsten René Nielsen:
Cirkler / Kreise (1998)
Enogfyrre dyr / Einundvierzig Tiere (2005)
Husundersøgelser / Haussuchungen (2008)
Carsten René Nielsen (born 1966) is a Danish poet and the author of ten books of poetry and one book of flash fiction. His first book was published 1989 and was awarded the Michael Strunge Poetry Prize. The prose poems 'Circles' (1998) won him critical acclaim throughout his native Denmark. In the United States two books have been published: His selected prose poems 'The World Cut Out with Crooked Scissors' was published by New Issues in 2007 and the prose poems 'House Inspections' by BOA Editions in 2011 – both books translated by American poet David Keplinger. In 2014 a selection of his poems in Italian translation was published by EDB Edizioni. Nielsen lives in Aarhus, the second largest city of Denmark.
David Keplinger: ANOTHER CITY (being published by Milkweed Editions in 2018)
David Keplinger is the author of five collections of poetry, most recently ANOTHER CITY (Milkweed Editions, 2018) and THE MOST NATURAL THING (New Issues Press, 2013). He is the recipient of two fellowships from the National Endowment for the Arts, the Cavafy Award from POETRY INTERNATIONAL magazine, the T.S. Eliot Prize, The Colorado Book Award, and other honors. He has collaborated on three books in translation, including THE ART OF TOPIARY, the selected poems of Jan Wagner, forthcoming from Milkweed Editions in 2017. Keplinger teaches at American University in Washington D.C.
Jan Wagner: Der verschlossene Raum
Wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man würde überhaupt nur noch Essays von ihm lesen wollen. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – man glaubt diesem charmanten Geschichtenerzähler alles. Es bleibt kaum Zeit, die rhetorische Fingerfertigkeit zu bewundern, mit der da zwischen souveräner Gelehrsamkeit unerwartet die nächste Anekdote aus dem Ärmel gezogen wird, und man kann nicht anders als staunen über die Trouvaillen, die Jan Wagner von seinen Entdeckungsreisen quer durch Epochen und Kontinente mitbringt.
Jan Wagner, geb. 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Übersetzer englischsprachiger Lyrik, freier Literaturkritiker und bis 2003 Mitherausgeber der internationalen Literaturschachtel DIE AUSSENSEITE DES ELEMENTES. Neben sieben Gedichtbänden – Probebohrung im Himmel (2001), Guerickes Sperling (2004), Achtzehn Pasteten (2007), Australien (2010, alle Berlin Verlag), Die Eulenhasser in den Hallenhäusern. Drei Verborgene (2012), Regentonnenvariationen (2014), Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015 (2016, alle Hanser Berlin) – sowie den Essaysammlungen Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa (Berlin Verlag 2011) und Der verschlossene Raum (2017) veröffentlichte er mit Björn Kuhligk die Anthologien Lyrik von Jetzt (2003) und Lyrik von Jetzt zwei (2008) sowie das Buch Der Wald im Zimmer (2007). Er erhielt u.a. den Anna-Seghers-Preis (2004), den Ernst-Meister-Preis (2005), den Wilhelm-Lehmann-Preis (2009), ein Villa-Massimo-Stipendium in Rom (2011), den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen (2011), den Kranichsteiner Literaturpreis (2011), den Mörike-Preis (2015) und zuletzt den Preis der Leipziger Buchmesse (2015).