Europa literarisch: Bulgarien

ICAL

Unter den Linden 78 10117 Berlin - zum Stadtplan

Montag 14.03.2011

Kategorie: Lesungen & Hörspiele

Mo 14.03. um 18:00 Europa literarisch: Bulgarien



In Lesung und Gesprach Ivaila Alexandrova Autorin, Sofia Moderation Thomas Wohlfahrt Literaturwerkstatt Berlin



Fortgesetzt wird die Reihe »Europa literarisch« mit Bulgarien. Vorgestellt wird eine der interessantesten Autorinnen des Landes und eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre, das in Bulgarien heftige Debatten entzündet hat: »Heißes Rot« (2007). Ivaila Alexandrova (*1951 Sofia) ist Journalistin und Autorin. Ihr Romandebüt »Goreshto cherveno« ist der erste bulgarische Dokumentarroman, der die Zeit des sogenannten Volksgerichts der »sozialistischen Revolution« von 1945 aufarbeitet. Damals wurden insgesamt 11122 »Lebendige« vorgeladen (die Anderen waren die »spurlos Verschwundenen«), 2730 Todesurteile, 1305 lebenslange Haftstrafen, und 4305 Urteile mit bis zu 15 Jahren Gefangnis wurden verhangt. Im Zentrum des Romans steht der Maler und Zeitungsmacher Raiko Alexijew und seine Familie. Kurz nach Einmarsch der russischen Truppen 1944 wird Alexijew inhaftiert, gefoltert und ermordet. Trotzdem wird er am 12.3.1945 in Schauprozessen angeklagt und postum zum Tode verurteilt. Ivaila Alexandrova hat jahrelang recherchiert, Protokolle, ArchivA­materialien fließen ein. Sie hat Interviews geführt mit den Kindern der Protagonisten, unabhangig davon, auf welcher Seite die Vater standen. Hauptquelle der Erzahlung aber sind die Gesprache mit der Witwe Alexijews. Ivaila Alexandrova wurde für den Roman mit dem Großen Nationalliteraturpreis Christo G. Danov, mit dem Spezialpreis für Dokumentarprosa Helikon sowie dem Elias-Canetti-Literaturpreis 2009 geehrt. Auf Deutsch ist er bislang nicht erschienen. »Bis jetzt wurde diese Geschichte nicht erzahlt. Weil sie uns zu Helfershelfern des Bosen macht, von dem wir nicht Teil sein wollen. Das schmerzt. Besonders, wenn es unsere Vater betrifft. Es ist hochste Zeit, Worte zu finden -€¦«, sagte Ivaila Alexandrova in ihrer Rede zur Verleihung des Canetti-Preises.



Ort: Vertretung der Europaischen Kommission in Deutschland, Unter den Linden 78, 10117 Berlin Eintritt frei, kein Nacheinlass Um Anmeldung wird gebeten bis zum 9.3. unter http://bit.ly/hKQrmV Bitte bringen Sie einen gültigen Ausweis mit.



Eine gemeinsame Veranstaltung der Vertretung der Europaischen Kommission in Deutschland und European Union National Institutes for Culture (EUNIC) in Kooperation mit dem Bulgarischen Kulturinstitut in Berlin sowie der Literaturwerkstatt Berlin.



Ort: Vertretung der Europaischen Kommission, Unter den Linden 78, 10117











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