Dokumentarisches TheaterNach Monaten beharrlicher Protestcamps hält der Kampf der Geflüchteten an: trotz der Tragödie(n) von Lampedusa müssen sie noch immer gegen die "Festung Europa" ihre Stimme erheben; in Hamburg gingen vor kurzem 15.000 Menschen für mehr Rechte für Geflüchtete auf die Straße. Gleichzeitig machen rechtsextreme Kader in zahlreichen Städten rassistische Stimmung gegen Asylsuchende: in Schneeberg kam es zu einem Fackelmarsch (!) – worauf wiederum in der Folge die Zivilgesellschaft ihre Solidarität mit den Flüchtlingen in einer engagierten Demo zum Ausdruck brachte.Das dokumentarische Theaterstück Die Asyl-Monologe erzählen von Menschen, die Grenzen überwunden, Verbündete gefunden, ein "Nein" nie als Antwort akzeptiert und unter aussichtslosen Bedingungen immer weiter gemacht haben.Politisches Theater, das für sein Anliegen sensibilisieren und agitieren will. Und dem das eindrucksvoll gelingt. Das Thema brennt unvermindert, auch der Heimathafen ist restlos ausverkauft.
Der Tagesspiegel, BerlinStill ist es in den Publikumsreihen, vollkommen still.
Süddeutsche Zeitung Die Asyl-Monologe erzählen von Ali aus Togo, von Freunden liebevoll „Präsident" genannt, Felleke aus Äthiopien, der erst willensstark Abschiebeversuche verhindern muss, um dann einen Menschenrechtspreis überreicht zu bekommen, und Safiye, die nach Jahren der Haft in der Türkei und einer absurden Asylablehnung sich für das Lebensbejahenste überhaupt entscheidet: sie schenkt einem Sohn und einer Tochter das Leben.Asyl-Monologe beruhen auf dem Konzept des dokumentarischen Theaters: Wortgetreue Texte, die auf Interviews beruhen, verleihen den Stimmen sonst ungehörter Menschen Gehör. Professionelle SchauspielerInnen bieten die Monologe dar und sprechen damit das Publikum direkt an – sie berühren und aktivieren.Die Asyl-Monologe sind die erste Produktion des Berliner Vereins Bühne für Menschenrechte und wurden bislang ca. 150 mal in 80 Städten dargeboten, darunter in den Münchner Kammerspielen, dem Polittbüro Hamburg, Thalia Hamburg und am Brandenburger Tor.Buch und Regie: Michael RufMit: Asad Schwarz-Msesilamba, Eray Egilmez und Anika Lehmann/Katarina GaubKlavier: Michael Edwards, Gitarre: Volker BeckerGesang: Elisabeth Pleß/Dominique Aref