zum greifen nah

ICAL

Turmstraße 75 10551 Berlin - zum Stadtplan

Freitag 27.07.2012 - 01.09.2012

Kategorie: Kunst (Galerien etc.)

Die ungewohnliche Gegenüberstellung von Skulptur, Klang- und Videokunst charakterisiert die erste gemeinsame Ausstellung von Frauke Wilken und Annebarbe Kau im Kunstverein Tiergarten. Wesentlicher Ausgangspunkt der beiden in Koln lebenden Künstlerinnen ist die physische Erfahrung von Korper und Klang im Raum, eine unmittelbare korperliche Berührung bzw. Berührtheit zwischen künstlerischer Arbeit und Publikum. In einem Feld aus Skulptur, Video, Zeichnung und Sound schaffen die Künstlerinnen einen diskursiven Erfahrungsraum verschiedener künstlerischer Medien und Artikulationsformen, der solche berührenden Momente eroffnet.



Frauke Wilkens großformatige textile Skulpturen entwickeln in ihrer installativen Anordnung eine korperliche Prasenz im Raum, die durch den Einsatz von obligatem Schwarz zu einem extremen visuellen Ereignis wird. Biomorphe Formen erinnern im weitesten Sinn an den menschlichen Korper, wenngleich solch konkrete Zuschreibungen angesichts der abstrakten Formen und der radikalen Farbigkeit unmoglich werden. Vielmehr spielen die teilweise hangenden, teilweise liegenden Skulpturen mit der unmittelbaren Konfrontation, werfen in einem Vexierspiel von Aktion und Passivitat Fragen nach taktilen Werten, nach weich oder hart, nach warm oder kalt, aber auch nach lebendig oder leblos auf. Scheinbar in einem Zustand der Metamorphose begriffen beginnen sie nicht nur miteinander, sondern auch mit den sich zwischen Ihnen bewegenden BesucherInnen und dem Galerieraum zu interagieren. In Gruppen oder als Solitare angeordnet entwerfen Wilkens Skulpturen soziale Diagramme und schaffen abstrakte Chiffren für Intimitat und Distanz. Der architektonische Umraum erfahrt durch die biomorphen schwarzen Korper eine ebenso abstrakte wie unmittelbare Strukturierung, die von großformatigen Schwarzweißzeichnungen erweitert wird.



Im Gegenüber dazu verbreiten die Klangraume von Annebarbe Kau eine ganz eigene und individuelle Note. In ihren Soundarbeiten macht die Meisterschülerin von Nam June Paik Tone, Klange oder Stimmen "haptisch" erfahrbar. Diese "Klangskulpturen" nutzen bearbeitetes akustisches Material, sie modifizieren scheinbar alltagliche Gerausche zu eindringlichen Klangkompositionen, die sich in den Raum einschreiben und ihn neu codieren. Eindeutigen Kontexten entrissen breiten sie eine horbare Entzeitlichung im Raum aus und kontextualisieren wiederum sich selbst im Ausstellungsraum. Die Wahrnehmung von Zeit spielt die zentrale Rolle im Werk von Annebarbe Kau. Ihre Klanginstallationen, aber auch ihre Videoarbeiten und Zeichnungen widmen sich den überhorten Klangen und übersehenen Blicken. Sie rekonstruieren jenen sensiblen Zwischenbereich unserer Wahrnehmung zwischen bewusstem Agieren und unbewusstem Geschehen lassen und führen so zu einem konzentrierten sensuellen Erfahren, das Klang, Bild und Bewegung umfasst.



Im Dialog der künstlerischen Arbeiten von Annebarbe Kau und Frauke Wilken treffen Illusion und unsichtbare Realitat aufeinander, Objekte und Klange emanzipieren sich zu Bildern, die autonom von Kontext und Zeit sind.



Twiago Werbung

Platzhalter für Twiago Werbung

Kommentare

Verlassen Gratis in Berlin Sie sind dabei, die folgende URL zu besuchen Ungültige URL

Laden...
Kommentare

Kommentar erstellt.
CAPTCHA

Weitere interessante Angebote