Guardini Galerie, Askanischer Platz 4 10963 Berlin
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AUSSTELLUNG: ECLIPSE. ANDRÉAS LANG
23.01. – 18.04.2019
ERÖFFNUNG: 22.01.2019 um 19 Uhr
BEGRÜSSUNG
Prof. Michael Rutz, Präsident der Guardini Stiftung
EINFÜHRUNG
Frizzi Krella, Kunsthistorikerin und Kuratorin
Mit der Ausstellung Eclipse zeigt die Guardini Stiftung ab dem 22. Januar 2019 die gleichnamige Serie des Künstlers und Fotografen Andréas Lang, der in seiner zeitgenössischen Auseinandersetzung mit der Geschichte ein Kapitel der Vergangenheit zwischen Orient und Okzident beleuchtet, das bis heute nachwirkt. Der Nahe Osten findet keinen Frieden, und die Aktualität des Themas nach 9/11 liegt auf der Hand, betrachtet man die internationale politische Situation, das Auferstehen eines religiösen Fanatismus, sowohl im Westen wie im Osten. Andréas Lang spürt mit seinen Bildern verborgenen Geschichten unterschiedlicher Orte nach, seien sie historischer, mythologischer oder persönlicher Natur. Er recherchiert, geht auf Spurensuche und legt in seinen Fotografien verschiedene Schichten offen. Die Bilder befinden sich in einem Schwebezustand zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Imagination. Er nennt es „visuelle Archäologie“.
Seismografisch tastet er die zu Stein gewordenen Erinnerungen ab und lässt das Licht durch die weit geöffnete Linse des Objektivs die Spuren aufzeichnen. Sichtbares und Unsichtbares wird hier visualisiert, Anwesendes und Abwesendes. Es entstehen analoge Lichtzeichnungen mit einem fast metaphysischen Charakter in schwarz-weiß, aber auch Farbfotografien, die wie ein Aufblitzen die Verbindung in die heutige Zeit herstellen. Sie spüren schicksalhaften Orten der europäischen Geschichte nach, an denen sich der Geist der Vergangenheit mit der Gegenwart atmosphärisch verdichtet. Beeinflusst von der Romantik, insbesondere der Malerei Caspar David Friedrichs, wirft Langs Fotografie die großen Fragen der Menschheit auf.
Hans-Michael Koetzle lässt seinen Text im Katalog enden mit der Frage: Der Jahrhunderte alte Konflikt der Religionen und Kulturen – wo führt er hin? Ein absurdes Bild zeigt einen Wegweiser mit Fragezeichen. Wissen wir es? Wir wissen es nicht.
Lang führt uns ein ‚Nachdenken in Bildern’ vor.