Kulturfestival Spatkauf-Kunstaktion - Teil 2: White Rooms

ICAL

Mittwoch 08.08.2012

Kategorie: Kunst (Galerien etc.)

Der Spatkaufladen – im Volksmund Spati genannt –ist ein Ort, den Berliner kennen und der zur Stadt gehort wie die Berliner Schnauze oder das Brandenburger Tor. Zum dritten Mal wird die Spatkauf-Kunstaktion im Sommer 2012 diesem Ort seine verdiente Aufmerksamkeit schenken.







Die Spatkauf-Kunstaktion (SKA) ist ein Kulturfestival, bei dem rund 20 Spatkaufladen in Berlin Kreuzberg und Neukolln, in temporare Ausstellungsorte verwandelt werden. Jeder Laden wird von einem anderen Künstler gestaltet bzw. bespielt.







Er ist immer für uns da – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir beginnen bei ihm unseren Abend oder beenden ihn dort mit den ersten Sonnenstrahlen. Der Spatkauf – liebevoll Spati genannt – ist fester Bestandteil der Alltagskultur Berlins und pragt mit seinen Glasfassaden, durch die man einen Blick auf vergilbte Etiketten und Werbebanner wirft, das Stadtbild. Er hat seine Wurzeln in der DDR als Laden für die Schichtarbeiter, erinnert uns heute aber viel mehr an den Tante-Emma-Laden aus dem Dorf unserer Großmütter. Er ist einer dieser Orte, die selbstverstandlich sind, die wir erst hinterfragen, wenn sie nicht mehr da sind. Bald konnte es soweit sein.







Im Prenzlauer Berg hat ein Anwohner dutzende Spatkaufladen angezeigt. Sie verstoßen gegen das Gesetz für Ladenoffnungszeiten. Sie müssen nun Sonntag früher schließen und dürfen nur noch einen Teil ihrer Waren anbieten, den so genannten Reisebedarf, alles andere wird mit Tüchern abgedeckt. Damit werden sie ihrer Haupteinnahmequelle beraubt und in ihrer Existenz bedroht. Viele befürchten ihre Laden aufgeben zu müssen. Doch zuvor wehren sie sich, bilden einen Runden Tisch, kampfen für eine gesetzliche Gleichstellung mit Tankstellen. Die Spatkauf-Kunstaktion solidarisiert sich mit den Betreibern der Laden und mochte ihrer Stimme Gehor verschaffen.







Wie es ware, wenn der Spatkauf in der Straße plotzlich nicht mehr da ist, wird durch das Gemeinschaftsprojekt der Organisatoren der Spatkauf-Kunstaktion spürbar. Sie kaschieren die Laden, indem sie die Türen und Fenster weiß bemalen. Durch ein Moment der Irritation beginnen wir zu reflektieren, fragen uns, was dieser Ort für einen Raum bietet. einen Raum für besondere Gedanken, für alltagliche Begebenheiten und Begegnungen.







Informationen zur Interessengemeinschaft Kiez-Kioske in Berlin, zu ihrem Initiator Matthias Liebe und zur Unterschriften-Aktion unter: facebook.com/matthias.liebe







Textquelle und mehr Infos zu dem Kunst-Projekt: Website

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