Irena Bobowska
Die fehlende Hälfte der Geschichte
Performance | Diskussion | Konzert
Heimat
Performance: Karen Kandzia
Diskussion mit:
Anna Burek / Soziolinguistin, Autorin
Masha Pryven / Fotografin instagram.com/masha.pryven/
Dr. Kamila Schöll-Mazurek / Leiterin Welcome-Willkommen-Witamy Interkulturelle Anlauf- und Beratungsstelle für Migranten, Polnischer Sozialrat e.V. / polskarada.de
Konzert: Don Philippe
Die Veranstaltungsreihe „Fehlende Hälfte der Geschichte“ ist ein Versuch, die deutsch-polnische Geschichte zu vervollständigen, indem es an Frauen erinnert – vergessene Heldinnen, die aus den Seiten der Geschichte gelöscht wurden, polnische Frauen, die vor 100 Jahre gemeinsam mit Frauen in Deutschland um ihre Rechte gekämpft haben, die später die Opfer des Krieges waren, aber auch für die Freiheit gekämpft haben. Viele von ihnen waren in Berlin aktiv oder wurden dort ermordet. In dem Projekt wollen wir an die Polinnen in Berlin erinnern, die vom Nazi-Regime verfolgt, gefoltert, umgebracht und danach noch in Vergessenheit gebannt wurden.
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat die Geschichte eine völlig neue Dimension, die sehr relevant und aktuell ist.
Das Projekt ist ein weiterer Beitrag zu einer ausgewogenen Debatte über Geschichte in Bezug auf die Gegenwart. Wie viel können wir aus der Geschichte lernen und wie können wir darüber sprechen? Wer waren die Frauen, die polnischen Frauen, die für die Freiheit gekämpft haben? Wie können wir die Erinnerung an die vergessenen Heldinnen wachhalten? Wie können gemeinsame historische Debatten und Kunst zu einem tieferen Verständnis beitragen und eine Wiederholung der Geschichte vermeiden?
Mit diesem Abend beginnt eine Reihe aus 4 Veranstaltungen mit performativen Lesungen von Bobowskas Gedichten, Diskussionen mit eingeladenen Expertinnen und einer Ausstellung mit Informationen und ein Porträt sowie Werke von Irena Bobowska und den historischen Kontext.
Darüber hinaus wird eine Gedenkzeitung “Pobudka” (Weckruf) mit Bobowskas Gedichten in polnischer und deutscher Sprache erscheinen – jedes Gedicht wurde von einer anderen Frau übersetzt. Ende des Jahres erscheint eine Publikation zum Thema.
Die Botschaft der Polinnen* ist ein Kunstprojekt von Anna Krenz; es ist eine temporäre mobile Rauminstallation ohne festen Sitz. Die Botschaft veranstaltet Treffen, Ausstellungen und Diskussionen zu Politik, Umwelt und engagierter Kunst. Die Eröffnung und Einweihung der polnischen Botschaft fand im Juni 2020 im Haus der Statistik in Berlin statt. www.facebook.com/AmbasadaPolek/
“Die Kunst ist das Gewissen der Menschlichkeit.” Anna Krenz
Die Veranstaltungen an diesen Orten werden von der Botschaft der Polinnen* begleitet.