Von Superhaufen spricht man in der Astronomie, wenn Konstellationen durch Gruppen kleinerer Konstellationen gebildet werden. Was zunachst als abgeschlossenes Einzelnes gedeutet wird, setzt sich bei naherer Beobachtung aus einer Vielzahl von Elementen zusammen, die in einem gemeinsamen Kraftefeld agieren und ihrerseits wiederum einen Kosmos bilden.
Materialien und Dinge unserer alltaglichen Umgebung formen und gruppieren sich durch unsere je individuelle Erfahrungs- und Empfindungswelt zu einem ganz personlichen Universum. Oft ist der Korper beteiligt, hatte man bereits Berührung mit diesem und jenem, und diese erinnerten Berührungen machen die Gegenstande, die uns umgeben, zu Schnittstellen sozialer Interaktion. Der Weg vom Material zum Ding ist meist bestimmt von spezifischen Zwecken.
Barbara Wille (D) und Ellen Hyllemose (DK) nutzen alltagliche Materialien und Gegenstande für ihre raumgreifenden Installationen. Die Dinglichkeit ihrer künstlerischen Arbeiten ist Ergebnis einer vielschichtigen Kombination unterschiedlichster Elemente und mündet in ein offenes Spiel von Ambivalenzen und Assoziationen. Die Künstlerinnen entführen ihre Materialien auf unbekannte Nebenwege. Hier entwickeln diese ihr poetisches Potential und formulieren sich zu plastisch-skulpturalen Ereignissen. Der lapidare Gestus der Arbeiten, ihre Haut und Korperlichkeit, ihre Plastizitat und Dimension und ihr Bezug zum Raum erzeugen ein Echo in der Erinnerung und generieren Vorstellungen von neuen moglichen Formationen.
Die Ausstellung in der Galerie Nord ist die zweite Kooperation beider Künstlerinnen, die bereits 2005 in der Galerie Overgaden in Kopenhagen mit \"Local Supercluster and other Piles\" eine Konfrontation ihrer skulpturalen Arbeiten unternommen haben.
Eroffnung: Freitag, 3. Dezember, 19 Uhr
Ausstellung: 04.12.2010 - 08.01.2011, Di.-Sa., 13-19 Uhr (außer Weihnachten, Silverster, Neujahr)