Ausstellung: "lieb & teuer"

ICAL

Turmstr. 75 10551 Berlin - zum Stadtplan

Dienstag 13.12.2011 - 14.01.2012

Kategorie: Kunst (Galerien etc.)

Ausstellung: "lieb & teuer"

Kunst zu sammeln hat Konjunktur! Berlin erlebt zurzeit einen Boom privater Museumsgründungen und neuer offentlich zuganglicher Sammlungen. Nicht selten unterliegt das Sammeln reprasentativen Anforderungen und wird vom Mainstream diktiert. Immer wieder sind es aber auch Menschen, die aufgrund ihres Berufes oder spezifischer Interessen beachtliche Kunstsammlungen für ausschließlich private Zwecke zusammentragen. Allein schon aufgrund ihrer beruflichen Praxis sind KunsthistorikerInnen und KunstwissenschaftlerInnen auf besondere Weise mit der bildenden Kunst verbunden. Tagtaglich haben sie mit Kunst zu tun, kuratieren Ausstellungen in Museen und offentlichen Einrichtungen, publizieren Kunstliteratur, lehren an Hochschulen oder initiieren Projekte gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern. Sie erstellen Expertisen, sind Sachverstandige für Versicherungen und bringen ihre Kenntnisse als ExpertInnen in die Arbeit von Auktionshausern und Galerien ein.



Bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben sich Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker intensiv als Sammelnde von bildender Kunst betatigt, zunachst haufig im Auftrag von Privatpersonen und offentlichen Institutionen, spater selbst als kulturpolitisch Aktive. Wilhelm von Bode in Berlin und Richard Hamann in Marburg - um nur zwei prominente Beispiele um die Wende zum 20. Jahrhundert zu nennen - berieten staatliche Institutionen und initiierten offentliche Sammlungen, kauften aber auch für sich selbst Werke der alteren wie der zeitgenossischen Kunst an. Nicht selten unterlagen diese Zugange in die eigenen Sammlungen anderen Kriterien als bei ihren offentlichen Auftraggebern. Freundschaften mit KünstlerInnen, gemeinsame Ausstellungsprojekte und Publikationen führen bis heute dazu, dass Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker eigene Sammlungen zusammentragen, die weniger von reprasentativen Kriterien als vielmehr von personlichen Interessen, von Arbeitsalltag und beruflicher Orientierung gepragt werden. Insofern unterscheiden sich solche privaten Sammlungen haufig grundlegend von offentlichen bzw. solchen, die die Offentlichkeit dezidiert suchen. Sie gehoren dem privaten Lebensumfeld an und erzahlen personliche Geschichten, sie bilden nicht selten alternative Interessen zum Berufsbild ab und geben faszinierende Einblicke in sehr subjektive Auswahlkriterien.







Die Ausstellung -lieb & teuer-€œ ladt Berliner KunsthistorikerInnen und -wissenschaftlerInnen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern ein, aus ihren Sammlungen Exponate auszuwahlen, mit denen sie spezifische Geschichten, Erinnerungen und personliche Vorlieben verbinden. Die Auswahl unterliegt weder thematischen Vorgaben noch Einschrankungen in Hinblick auf Zeit, Gattung oder Genre, sondern verdankt sich allein dem personlichen Verhaltnis der Sammelnden zu ihren Werken, zu Künstlerinnen und Künstlern, ihrer Vorliebe für Themen, asthetische Artikulationsformen und Formate. Neben Malerei, Grafik und Skulptur versammelt die Ausstellung ebenso Künstlerbücher und Fotografie. Parallel zu den ausgewahlten Arbeiten dokumentieren personliche Notizen, Dokumente und Statements, wie die Auswahlenden zu ihren Sammlungsgegenstanden gekommen sind und geben Einblick in oft verborgene Zusammenhange, Interessen und Kriterien für das Sammeln von Kunst.







Eroffnung: Sonntag, 11. Dezember, 11 Uhr



Ausstellung: 13.12. - 14.01., Di.-Sa., 13-19 Uhr (24., 30. und 31. Dezember geschlossen)







Mit Arbeiten von Holger Bar, Julien Berthier, Gregor Cürten, Abidin Dino, Kerstin Drechsel, Friederike Feldmann, Ludwig Glaeser, Bruno Goldschmitt, Renee Green, Joachim John, Henry Kleine, Juliane Laitzsch, Brigitte Matschinsky-Denninghoff, Dorit Margreiter, Bruce McLean, Nanne Meyer, Christian Philipp Müller, Dany Paal, Carlo Tarani, Ruth Tesmar, Frauke Wilken u. a.







Aus den Sammlungen von



Renate Berger, Universitat der Künste, Berlin



Andreas Bienert, Staatliche Museen zu Berlin



Beatrice von Bismarck, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig



Birgit Effinger, Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin



Linda Hentschel, Universitat der Künste, Berlin



Ulrike Kremeier, Centre d-€™art passerelle, Brest



Bernd Noack, Artscout, Berlin



Wita Noack, Mies van der Rohe Haus, Berlin



Martin Schmidt, Villa Grisebach, Berlin



Rosa von der Schulenburg, Akademie der Künste, Berlin



Anette Schwarz, Gothaer Allgemeine Versicherungen, Koln



Heinz Stahlhut, Berlinische Galerie, Berlin



Marion Thielebein, Journalistin und freie Kuratorin, Berlin



Claudia Beelitz, Kunstverein Tiergarten, Berlin







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