Ausstellung "amalgam"
ICAL
Thomasstr. 27 12053 Berlin
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Freitag 10.01.2014 - 09.02.2014
Kategorie: Kunst (Galerien etc.)
Vernissage am 10.01.2014 um 19:30 Uhr
Laufzeit: 11. Januar 2014 bis 9. Februar 2014
Geöffnet: Mi – So von 15.00 – 19.00 Uhr
Sonntag, 9. Februar 2014, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstler_innengespräch und Auslosung der Kunstlotterie
Der Kunstverein Neukölln präsentiert in der Ausstellung amalgam zeitgenössische, westliche Künstler_innen, die sich mit islamischen Kulturen auseinandersetzen und einzelne Aspekte derselben in die eigenen Arbeiten einfließen lassen.
Die Ausstellung amalgam (arab. al malagma) zeigt beispielhaft, wie sich zeitgenössische westliche Künstler und Künstlerinnen mit Aspekten islamischer Kultur auseinandersetzen und dies in die eigene Arbeit einfließen lassen. Amalgam stellt sich hierdurch dem Trend der vergangenen Jahre entgegen, bevorzugt Künstler_innen heranzuziehen, die aus einem Land mit überwiegend muslimischer Bevölkerung stammen, um uns als "Übersetzer" eine scheinbar unverständliche, fremde Kultur zu erklären. Die islamische Kultur wird so als etwas Exotisches vorgestellt, das mit 'uns' nichts zu tun hat. Der Diskurs über den Islam ist zudem stark von der Wiederholung vereinfachender Thesen geprägt. Zurecht kritisieren gerade Künstler aus „Islamischen Ländern" die Verwendung stereotyper Bilder, die komplexe Fragen auf Klischees reduzieren.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit islamischer Kultur hat in Europa eine lange Tradition. Einen sehr intensiven Austausch gab es zum Beispiel in der Zeit, in der die iberische Halbinsel von den Mauren regiert wurde. Die Spuren dieses Zusammenlebens sind Teil der heutigen spanischen und portugiesischen Kultur geworden. Aber auch das Leben im Kaukasus war über Jahrhunderte durch das Miteinander von christlichen und muslimischen Traditionen geprägt. Der spätere Orientalismus im 19. Jh. in Europa, ausgelöst durch die Kolonialisierung und den damit zunehmenden Kontakt mit der islamischen Welt, machte die Kunstschaffenden dieser Zeit - und nicht nur sie - sehr neugierig auf alles, was aus der arabischen/islamischen Welt kam. Doch bereits der Handel, der lange vor den Kolonialisierungen weltweit betrieben wurde, brachte es mit sich, dass kulturelle Erzeugnisse weitergetragen und aufgenommen wurden. So leben wir auch heute in Nachbarschaft mit Bürgern muslimischen Glaubens, was in unseren Alltag einfließt, ihn mitbestimmt.
Jörg Ahrnt, Ulrike Dornis, Barbara Eitel und Juliane Laitzsch beziehen seit Jahren auf verschiedene Weise Fragmente Islamischer Kultur in ihre eigene Arbeit ein. Gemeinsam ist ihnen, dass keine Distanz „zum Fremden" hergestellt und die suggestive Wirkung einer dramatischen Inszenierung abgelehnt wird. Im Fokus der Ausstellung wird ein persönliches und zugleich forschendes Interesse für das Andere und das alltägliche, vielfältig kulturelle Eingebundensein stehen.
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