In Berlin findet Kino auch an außergewohnlichen Orten statt ... hier von der Kirche und in der Kirche. Waren zum März-Film dort und beeindruckt. Das Projekt feierte da dreijähriges Jubiläum. Wim Wenders höchstpersönlich und Weltraumwissenschaftler waren laut Ansprache schon vor Ort zum Filmgespräch. Durchaus auch mit Mut zu Stoffen, die man nicht unbedingt gleich von einer Kirche erwarten würde. Im Film 'Wie im Himmel' gab es auch mal nackte Haut und in der Vergangenheit wurde auch schon – offensichtlich auch zum Augenzwinkern fähig – "Das Leben des Brian" gezeigt.
Film diesmal: Der Weichensteller
"An einem Stellwärterhäuschen im kargen Niemandsland steigt eine mondäne Schönheit irrtümlich aus dem Zug. Ein Jahr lang bleibt die Frau bei dem kauzigen, wortkargen Weichensteller, der sich langsam in sie verliebt. Am Ende besteigt die Frau nach einem einmaligen kurzen Liebesakt wieder einen Zug und entschwindet in die Zivilisation.
Jos Stellings 1985 entstandener Film kommt fast ohne Sprache aus. Um so mehr Aufmerksamkeit liegt auf den Geräuschen, der Musik und den Bildern, die von fesselnder Schönheit sind. Dieses dialogarmes Kammerspiel überzeugt vor allem durch seine eigenwillig unterkühlte Bildchoreographie.
live vertont im Rahmen von „MusiKino“ von
Leisa Bill (Coburg) und Rainer Sohst (Berlin)"
Das Zitat von der verlinkten Website traf wirklich zu:
"Kino~Passion ist eine monatliche Film- und Gesprächsreihe für Menschen mit kleinem oder keinem Einkommen und Alle, die Lust auf großes Kino und Gespräch haben: Alte und Junge, Bürgerliche und Arme, Gesunde und Lahme, in Lederjacken oder Seidenblusen, Miniröcken oder Kapuzenpullovern..." Danach und davor meist Programm/Gespräch rund um den Film.
Vielleicht auch eine schöne Inspiration für andere Kirchen, sich mehr dem Weltlichen und den Dingen des Lebens zu öffnen. ;-)