Kino der Geheimdienste - Von Spionen und Kundschaftern (18.30 Uhr) und -Genossen, Ihr werdet nicht oft besungen-€¦-€œ (21 Uhr)

ICAL

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Samstag 28.11.2009

Kategorie: Kino

Ein "Filmgenre", das gar nicht für die Offentlichkeit bestimmt war: Schulungs- und Propagandafilme sowie Observationsmaterialien. Waren bei der Eroffnungsveranstaltung am Dienstag, sehr Skurriles (z.B. Eifersuchtsdrama), aber für mich auch interessante 80er-Zeitdokumente, ...



Meinung einer meiner Begleitungen, die damals in der DDR lebte: "Das Resultat der Auswahl des Filmmaterials kommt aus meiner Sicht einer Verharmlosung in Bezug auf die Methoden der Stasi gleich. Es wurde der Eindruck vermittelt, dass diese Methoden kleingeistig und dilettantisch waren."







Quelle für folgende Infos und weitere Filme + Termine: Website unten.







-Es war wohl weltweit einmalig, den Nachrichtendienst einer Diktatur aufzulosen und jedem zuganglich zu machen-€œ, erinnert sich Hansjorg Geiger, der erste Direktor der Behorde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Diese Chance nutzend, gibt die Filmreihe KINO DER GEHEIMDIENSTE erstmalig einen umfangreichen Einblick in das geheimdienstliche Filmen der drei ex-sozialistischen Lander DDR, (Tschecho-)Slowakei und Ungarn. Dabei geht es nicht um die Geschichte der Geheimdienste des Ostblocks, sondern um deren Bildpolitik. Die Reihe stellt Genres und filmische Mittel in den Vordergrund, hinterfragt den Umgang mit Bild, Wort und Schrift, mit Fiktion und Dokument. Wie inszenierte die -Firma-€œ sich selbst und wie ihre -Feinde-€œ? Was wurde aufgezeichnet? Mittels welcher Verfahren wurden Narrative und Argumente generiert? Gibt es für die offen brutalen bis versteckt perfiden Vorgehensweisen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) eine Entsprechung in ihrem Umgang mit den Medien Film und Video?







KINO DER GEHEIMDIENSTE



Von Spionen und Kundschaftern







Greif - Vom anerkannten Reisekader der DDR zum Spion des BND der BRD



DDR 1988, P: Filmstudio der HA II des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), 33-€™, Ausschnitt: 3-€™







Vertrauensbeweis - DDR-Wissenschaftler im Visier imperialistischer Geheimdienste



DDR 1987, P: Filmstudio Agitation des MfS, 45-€™, Ausschnitt: 15-€™







Bekampfung und Entlarvung der Reisespionage durch BRD-Bürger



Rekonstruktion der Spionagehandlungen einer BRD-Bürgerin, Deckname -Ecke-€œ, an militarischen Objekten der NVA, Volkspolizei und der GSSD



DDR 1973-77, Herkunft: MfS, 33-€™







Spione - Die drei westlichen Militarverbindungsmissionen



DDR 1985, Herkunft: MfS, 35-€™







Begrüßung



Austausch von ehemaligen Agenten auf der Glienicker Brücke am 11.2.1986 aufgrund einer Vereinbarung zwischen USA, BRD, AˆSSR, Polen, DDR und UdSSR



DDR 1986, P: Filmstudio Agitation des MfS, 9-€™







Die DDR sah sich umzingelt und unterwandert von feindlichen -Spionen-€œ, die eigenen Krafte im Auslandseinsatz nannte man lieber -Kundschafter-€œ. Da -Spione-€œ die Verkleidung lieben, stellte ihre Entlarvung eine besondere Aufgabe dar. In Vertrauensbeweis (1987) kommen Wissenschaftler zu Wort, die auf Tagungsreisen in den Westen nach eigenen Angaben von -imperialistischen-€œ Geheimdiensten -abgeschopft-€œ oder angeworben werden sollten. Wie in einem Krimi wird der Versuch des -Feindes-€œ, den Wissenschaftler in einem Londoner Park anzusprechen, vom Filmstudio Agitation im Auftrag des MfS als die genau choreografierte Begegnung mehrerer Hosenbeine nachgestellt. In Bekampfung und Entlarvung der Reisespionage durch BRD-Bürger (1973-77) wird das Problem, dass auf einer Leinwand jede Behauptung durch ein Bild gestützt werden muss, noch radikaler gelost: Ein Geheimdienstler, der trotz Perücke, Kopftuch und falschen Brüsten deutlich als Mann erkennbar ist, spielt die Handlungen und Gesten der weiblichen Zielperson -Ecke-€œ in einer paranoiden Travestiedetailliert nach, konspiratives Kopf-Drehen inklusive. Der Film Spione - Die drei westlichen Militarverbindungsmissionen (1985) liegt im Archiv der BStU in mehreren Schnittfassungen vor. Die Beharrlichkeit, mit der das Thema von den Propagandaabteilungen des MfS immer und immer wieder aufgenommen und variiert wurde, steht in direkter Relation zur weitgehenden Machtlosigkeit der DDR-Führung in dieser Sache. Denn Moskau war aus Eigeninteresse nicht gewillt, am Status der Militarverbindungsmissionen zu rütteln. Umso freudiger feierte man am 2.11.1986 nach einem Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke die Heimkehr der eigenen -Kundschafter-€œ als Familienfeier und Wiedersehen unter alten Freunden, wie dies in Begrüßung zu sehen ist.







In Anwesenheit von Georg Herbstritt, BStU







Einführung: Dietmar Kammerer







Der Eintritt ist frei.







am 28.11. um 18.30 Uhr







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KINO DER GEHEIMDIENSTE



-Genossen, Ihr werdet nicht oft besungen-€¦-€œ







20 Jahre MfS



DDR 1970, Herkunft: Ministerium für Staatssicherheit (MfS), 22-€™, Ausschnitt: 5-€™







30 Jahre MfS



DDR 1980, Herkunft: MfS, 50-€™, Ausschnitt: 5-€™







Auszeichnung von MfS-Mitarbeitern bei einer internen Veranstaltung



DDR ca. 1978, Herkunft: MfS, 9-€™







Auftrag erfüllt



DDR 1982, Herkunft: MfS, 88-€™, Ausschnitt: 26-€™







Immer lebe die Sonne



Ein Film über die Feriengestaltung des MfS



DDR 1977, Herkunft: MfS, 20-€™







Ausbildung von Soldaten eines Pionierbataillons



DDR o.D., Herkunft: MfS, 5-€™







Praktisches Sicherheitstraining. Sicherheitstraining III / Winterbedingungen



DDR ca. 1979, P: Filmstudio Agitation des MfS, 15-€™







Wenn das Ministerium für Staatssicherheit seine Objektive ausnahmsweise einmal nicht auf -feindlich-negative Krafte-€œ, sondern auf sich selbst richtete, war der Anlass meist ein stolzer. Im Archiv der BStU finden sich Filmdokumente offizieller, halboffizieller und privater Feierstunden. Schier endlos ist die Abfolge der Gratulanten, die 1970 zum 20. Jahrestag der Stasi-Gründung im Festsaal der Normannenstraße antreten, um Erich Mielke die Hand zu schütteln. Der Chef der -Firma-€œ wird mit Glückwünschen, Urkunden und Prasenten überschüttet, als hatte nicht sein Ministerium, sondern er selbst Geburtstag. Zehn Jahre spater sind die Bilder farbig und die Gesichter deutlich alter, das Ritual der Geschenkübergabe bleibt dasselbe.



-Genossen, ihr werdet nicht oft besungen -€¦-€œ, singt der Chor zu Ehren des berühmtesten Spionage-Ehepaares der DDR. Der Propagandafilm Auftrag erfüllt (1982), der die Biografie von Günter und Christel Guillaume erzahlt, entstand in enger Zusammenarbeit zwischen MfS und Deutschem Fernsehfunk. Die beteiligten Produzenten wurden mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold ausgezeichnet. Immer lebe die Sonne (1977) zeigt die Feriengestaltung des MfS-Nachwuchses: Zwischen Sackhüpfen, Atomkraftwerk-Baustellenreinigung und militarischen Ubungen im Mini-Panzer ist immer noch genügend Zeit, sich von alten -Tschekisten-€œ Geschichten von damals erzahlen zu lassen. Wie lyrisches direct cinema muten die 8mm-Amateuraufnahmen der Ausbildung von Soldaten eines Pionierbataillons an, ein stumm-rauer Alltag aus Klimmzügen und Hindernislaufen. Zum Ausklang des Programms dann ein buntes, durchchoreografiertes Abschiedsballett, dargeboten von Volvos und Trabis in der Katapultieranlage: Praktisches Sicherheitstraining (ca. 1979) ist eine instruktive Fahrschule zu Technoklangen. Synchronwenden als surreale Personenschutzmaßnahme.







In Anwesenheit von Silvia Oberhack bzw. Katrin Rübenstrunk, BStU







Einführung: Dietmar Kammerer, Barbara Wurm







Der Eintritt ist frei.







am 28.11. um 21.00 Uhr























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