Dies ist DER Film über die Opposition gegen Putins Russland. Einer der Regisseure, Pavel Kostomarov, wurde während seiner Entstehung durchsucht, etliche der Protagonisten saßen in Untersuchungshaft, einige sind verurteilt. Die dutzenden Kameras, die zu dem Mitte Mai 2012 gestarteten Online-Clip-Projekt beitrugen, auf dem der Film basiert, sind vor Ort, wenn fast sämtliche Anführer der Proteste gegen die Regierung festgenommen werden.
Nur Herr Belov‚ der Weiße, bleibt ungeschoren, wenn er den Nazi-Mob zu „Lang lebe Anders Breivik"-Schlachtgesängen treibt. Da ist einmal Xenia Sobchak, Politiker-Tochter, Ex-Putin-Patenkind, Talkshow-Masterin und vieles mehr, die trotz Glamour zur Repräsentantin der gemäßigten liberalen Intelligenzija taugt. Da ist Alexei Navalny, der trotz massiver Neigung nach weit rechts unzählige Anhänger um sich schart. Da ist Sergei Udaltsov, linksextremer Frontmann. Oder Petr Verzilov, Gatte von Pussy-Riot-Nadja und nunmehr „best friend" von Madonna und Yoko Ono.
Sie alle nehmen mit ihrem Auftreten eine „Frist" in Kauf. Eine „Frist" ist es aber auch, die mit dem wiederholten Amtsantritt Putins als Präsident eingesetzt hat – die entscheidende sogar, wie sich zeigt, was den Aufstieg und Niedergang des bürgerlichen Widerstands gegen die Autokratie betrifft. Während der Zar, von „maîtres" wie Depardieu beklatscht, seinen „thrill on Blueberry Hill" besingt ...
(Barbara Wurm, DOK Leipzig 2014)
Eine gemeinsame Veranstaltung des Tschechischen Zentrums Berlin und des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm
Mit einer Einführung von Dr. Grit Lemke (Programmleiterin DOK Leipzig) und einer Videokonferenz mit den Regisseuren
Eintritt frei
Srok / The Term
RU, EE 2014, 87 Min., OmeU, Regie: Pavel Kostomarov, Aleksandr Rastorguev, Aleksej Pivovarov