Videovortrag von Tunçay KulaoA°lu über die Hintergründe einer Migration der dritten Art
19.2.2010, 20 Uhr
Eintritt frei
Ballhaus Naunynstraße
Dass der anatolische Wanderwahn keine Grenzen kennt, ist hinlanglich bekannt. Die wenigsten wissen jedoch, dass die Türken bereits vor 30 Jahren auch im Weltall waren, wo sie auf Aliens trafen. Auf Seelenverwandte, wenn man so will, denn es gibt nicht wenige Ahnlichkeiten zwischen Anatolinauten und Aliens: Beide Spezies wandern gerne. Sie praktizieren aber kein hinterwaldlerisches Heimatlatschen A la Luis Trenker, sondern machen eine Kunst daraus, die dem Wahnsinn nahe ist.
An Orten ihrer Ankünfte gründen sie integrationsresistente Paralleluniversen, die den galaktischen Urpopulationen immer ein Dorn im Auge sind. Zudem fallen sie durch ihr außeres Erscheinungsbild unangenehm auf - dort die grünschleimenden amorphen Gestalten, hier die Verschleierten und Schnurrbarttrager. Deswegen werden sie entweder abgefackelt oder wegionisiert. Je nach Stand der verfügbaren Technik. Wenn sie überleben, werden sie für ihre Anpassungsfahigkeit an die entopische Bevolkerung als Exponate ausgestellt, seziert, interpretiert, interviewt und toleriert.
Doch was steckt hinter der Wanderlust von Anatoliern und Aliens? Welche Katastrophen werden heraufbeschworen, wenn Anatolier gar selbst als Aliens unterwegs sind? Oder wohin würde ein Bündnis zwischen Anatoliern und Aliens führen? Mit Hilfe von drei türkischen Science-Fiction-Klassikern sucht der Videovortrag nicht ohne Subtexte in Raum und Zeit nach Antworten auf diese Fragen.