Gangnam Style und die Gesellschaft des verborgenen Misstrauens
In Nikodemus findet eine deutsch-koreanische Lesung mit dem Autor Hwang Sok-yong statt. 20 internationale Autor_innen wurden eingeladen, Essays zum Verständnis von „Vertrauen" in ihren Kulturen zu schreiben. Das so entstehende interkulturelle, interreligiöse Panorama wird - quasi als vertrauensbildende Maßnahme - an zahlreichen religiösen Orten in Berlin, von der Moschee bis zum buddhistischen Gemeindehaus vorgestellt.
Hwang Sok-Yong gehört heute zu den bekanntesten Autoren Koreas, seine Biographie ist geprägt von politisch bedingten Lebensumschwüngen: Haft und Exil, die ihn jedoch nicht von seinem politisch engagierten Schreiben gegen die »Gesellschaft des verborgenen Misstrauens« in Korea abbringen konnten. In seinen Romanen schildert Hwang Sok-Yong das Leben »einfacher Menschen«, die mit Parteidoktrinen in Konflikt kommen und politisch verfolgt werden. Seine Zeit als Exilant in Berlin schildert er in dem Roman »Der ferne Garten«, in dem der Mauerfall aus der Perspektive eines Koreaners beschrieben wird.
Musikalisch wird die Matinée gestaltet von Ellen Czaya (Querflöten) & Benjamin Riehm aka Invisible Pictures (Hang). Benjamin Riehm erschafft auf dem Schweizer Instrument Hang eine magische, berührende und fragile Klanglandschaft – eine Reise nach Innen, wie eine Filmmusik, die Bilder entstehen lässt. Ellen Czaya bewegt sich gern zwischen Jazz und Klassik, zwischen sorgfältig arrangierten Kompositionen und überraschenden Improvisationen.
Hwang Sok-yong – Autor / Südkorea
Moderation Hans Christoph Buch
Sprecher Roland Schäfer
Dolmetscher Y.C. Yuna Cho
Ellen Czaya – Querflöte
Benjamin Riehm aka Invisible Pictures – Hang
Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Nikodemus-Kirche und dem Internationalen Literaturfestival Berlin.
Eintritt frei / Spende
www.literaturfestival.com
www.ellenczaya.com
www.invisiblepictures.bandcamp.com