Trotz seiner tief greifenden und für die Betroffenen und ihre Nachkommen bis heute kaum ertraglichen Folgen, ist der Kolonialismus in Deutschland kein wirkliches Thema: weiße Deutsche wissen in der Regel
nichts von diesem Kapitel ihrer eigenen Geschichte. Entsprechend wird es als pragender Bestandteil der Geschichte nicht-weißer Deutscher nicht wahrgenommen und schon gar nicht gewürdigt.
Im Gegenteil: Die aus der kolonialen Haltung resultierenden meist unbewussten Rassismen wirken unerkannt und unhinterfragt weiter und bestimmen bis heute das Verhaltnis weißer zu Schwarzen Deutschen.
Aber auch unter denen, die unter Rassismus leiden, sind die historischen Hintergründe unzureichend bekannt, so dass die Darstellung und Interpretation ihrer eigenen Geschichte in den Handen weißer »SpezialistInnen« liegt.
In diesem Filmvortrag, in dem Ausschnitte der Arbeiten afrikanischer Regisseure zum Thema »Kolonialismus« gezeigt werden, geht es darum,
der den Diskurs dominierenden Perspektive der Kolonia lisierenden, die Perspektive der Kolonisierten gegenüber zu stellen.
Hakim El-Hachoumi: Nach Ende seines Mathematikstudiums in Marokko studierte Hakim El-Hachoumi Regie in Paris und St. Petersburg. Er arbei-
tete an verschiedenen Theaterproduktionen in Marokko, Paris und Berlin mit. Heute lebt und arbeitet er als freier Filmschaffender und Dozent an der Freien Universitat Berlin. Hakim El-Hachoumi ist außerdem Kurator der Filmreihe »Szene Orient @ WorldWideCinema« in der Werkstatt der Kulturen.
Samstag 26.02.2011 17:00 | Seminarraum 1
Eintritt: Frei
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
12049 Berlin