Im Rahmen der Berliner Hospizwoche können Sie am Montag, den 24. September, um 19 Uhr die Premiere der Konzertanz-Performance endlich erleben. Im Lazarus Haus (2 min vom Nordbahnhof) präsentiert die international tätige Performerin Heike Schmidt zusammen mit Pianistin Jenny Ribat einen Reigen aus Lieder, Texte und Gedanken über den Tod, Abschied und Sterben. Schuberts Der Tod und das Mädchen und anderen musikalischen und literarischen Werke dienen als Vorlagen, um einen Raum zu öffnen, den nur wenige ohne Zögern betreten: ein Raum , der Trauer, Schmerz, Angst, aber auch Hoffnung und Sehnsucht in Bewegung bringt.
Die Performerinnen richten sich: an das ungeborene, das verlorene Kind, die verstorbene Großmutter, den Geliebten einer vergangenen Zeit, an die Rest-Liebe, die in den Figuren wie verpuppt bleibt und nicht mehr zu erwecken ist. Sie sind wechselseitig oder gemeinsam ein Mal der Tod oder die Todbringende, die Verführerin, ein anderes Mal stehen sie für das Lebendige. Die Konzertanz–Performance navigiert zwischen Stimme, Improvisation, Tanz und Klavier: Es geht um Beziehung, Verführung, Nähe zwischen den Figuren, zwischen Lebhaftem und Totem. Es ist eine Konfrontation mit dem „Todgehen“, und damit dem Menschlichen: provokant und sinnlich, melancholisch und heiter.
Mit ihrer Performance brechen die Künstlerinnen das Tabu, das den Tod umgibt. Sie machen uns betroffen, lächeln, nachdenken – ja, vielleicht blicken wir in unser Inneres. Die Darbietung der beiden Künstlerinnen, die ebenso an renommierten Orten gespielt haben wie in site-specific performances, schaffen einen Raum um in sich hineinspüren zu können, was jede*n bewegt zu diesem existenziellen Thema: ein Abend, der lange nachwirken kann.