eine Theaterproduktion von Carlos Manuel
Mit Franziska Ritter, Katharina Hauck, Rudi KeilerGómez de Mello
Musik Mathias Hinke, Ausstattung Fred Pomerehn
Die DNA ist der Informationsträger aller Lebewesen. Wer diese Information lesen und schreiben kann, wird neue Informationen produzieren und damit neue Welten kreieren. Biologie und Ingenieurswissenschaften sind verschmolzen und haben mit der „Synthetischen Biologie“ völlig neue Möglichkeiten, kleine und große Lebewesen zu verändern. Was bedeutet „Leben“ in Zeiten der technischen Manipulation?
Der vom Menschen gesteuerte Gentransfer zwischen Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren wird das Verständnis von Körper, Individualität, Identität, Zugehörigkeit, Öffentlichkeit, Recht, Sicherheit, Ressourcen, Eigentum usw. und nicht zuletzt das der Politik stark verändern. Die Frage danach, was Leben ist, wird neu definiert. Durch die neue Zusammensetzung von DNA verschiedener Organismen, seien es Menschen, Tiere oder Pflanzen, entsteht eine neue grenzüberschreitende Art: die EinzigArt!
Die Theaterproduktion hat sich in diese Wissenschaften und ihre Ideologien eingearbeitet, führende Akteure auf diesem Feld zum Interview und Workshop getroffen ( u.a. mit dem Bio-Hacker Rüdiger Trojok und dem Xenobiologen Prof. Budisa/TU Berlin) und festgestellt, dass die futuristisch anmutenden Experimente längst schon Gegenwart sind.
Der 1968 in Luanda geborene Regisseur Carlos Manuel befasst sich seit 2007 immer wieder mit wissenschaftlichen Themen: WARUM KOMMEN DIE DINGE DURCHEINANDER (eingeladen auf Theaterfestivals in Münster, Kopenhagen, Ljubliana und Uppsala), WAHRHEIT IST DIE ERFINDUNG EINES LÜGNERS (2013, Berlin), UNERMESSLICH (2014, Berlin) und RAUSCHEN (2017, Erlangen).
"Nach drei Milliaden Jahren ist das darwinistische Intermezzo jetzt vorüber. Die Epoche der Evolution, die auf dem Konkurrenzkampf zwischen Spezies beruhte, ist vor etwa 10 000 Jahren zu Ende gegangen, als eine einzige Spezies, der Homo Sapiens, damit begann, die Biosphäre zu dominieren und neu zu gestalten. [...] Wir bewegen uns jetzt schnell auf das Zeitalter, in dem es nur noch unsere Spezies gibt, und die Regeln des Open Source nicht mehr nur für den Austausch von Software gelten, sondern auch auf den Austausch von Genen ausgedehnt werden."Freeman Dyson
"Leben und Sterben sind eine ganz andere Sache als „das Leben“ als abstraktes Konzept." Donna Haraway
Ein Theaterstück für alle Nicht-Biologen. Ab 14 Jahren
Nach der Premiere am 17.9. um 20 Uhr und einer weiteren Vorstellung am 18.9. um 11 Uhr im Museum für Naturkunde Berlin und vor den Vorstellungen am 26.09. um 16h und am 06.10. um 16h im Max-Delbrück-Centrum Buch, gastiert die Produktion auch 2 mal in der jugendtheaterwerkstatt spandau, wo der Eintritt prinzipiell kostenlos ist: Am Fr 22.9. um 11 Uhr und am Sa 23.9. um 19 Uhr. Dauer ca. 60 Minuten. Anschließend Gespräche mit den Theatermachern im Wohnzimmer.