In den 1970er und 1980er Jahren sorgte die -zgerechte- Weltkarte des Bremer Historikers und Privatgelehrten Arno Peters international für Furore. Peters kritisierte die vielfach noch verwendete Mercator-Projektion als eurozentristisch, als eine Karte, die das Uberlegenheitsbewusstsein der Europaer gegenüber dem globalen Süden zum Ausdruck brachte. Den enormen Großenverzerrungen der Mercatorschen Weltkarte stellte er eine
flachentreue, dafür jedoch stark formverzerrende Karte entgegen. Sie sollte fortan die -zEine Welt- reprasentieren.
Obgleich die Peters-Karte von der Fachwissenschaft heftig kritisiert und Peters als kartographischer Laie angefeindet wurde, fand sein eigentümlich aussehender
Weltkartenentwurf Eingang in die Offentlichkeitsarbeit internationaler Organisationen und die Dritte-Welt-Arbeit, vor allem der christlichen Kirchen. Aber auch im offentlich-rechtlichen Rundfunk der Bundesrepublik wurde rund zehn Jahre diskutiert, seine Karte als Hintergrundmaterial in den Nachrichtensendungen einzusetzen.
Im Vortrag und gemeinsamen Gesprach wird den Motiven von Arno Peters, der
Erfolgsgeschichte seiner Karte sowie den um sie geführten fachwissenschaftlichen und offentlichen Disputen nachgegangen. Begleitend werden Materialien aus dem Peters-schen Nachlass in der Staatsbibliothek ausgestellt.
Ort: Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Konferenzraum
Termin: 31. Januar. 18.15-19.45 Uhr
Anmeldung: bibl.ausk.h2[at]sbb.spk-berlin.de, Tel.: +49/ (0)30/ 266-433888
Treffpunkt: Eingangshalle an der Bonhoeffer-Büste
Die Teilnahme ist kostenlos