Museum Neukölln
Am 12.06. um 10 Uhr werden im Geschichtsspeicher des Museums Neukölln Materialien zum Thema Zwangsarbeit für die Projektarbeit in Schulen und Jugendgruppen präsentiert. Der Koffer bietet originale Objekte, wie bspw. Grabungsfunde aus der Ausgrabung des KZAußenlagers am Columbiadamm, Reproduktionen, z.B. so genannte Ost-Aufnäher und Bildmaterial für die Vermittlung des Themas Zwangsarbeit in 1,5 Stunden oder als Projekttag/-woche.
Info- und Fragekarten geben den Schülern den inhaltlichen Rahmen
für die Benutzung der Objekte.
Ein umfangreiches Begleitheft ermöglicht den begleitenden
Pädagog_innen die Koordination des Projektes und bietet zahlreiche Anregungen für die Erweiterung des Koffers.
„Das war eigentlich die Hölle", so Kazimiera Kosonowska in einem Interview mit der Berliner Geschichtswerkstatt 2005. Sie sprach von ihren Lebensumständen als Zwangsarbeiterin in Deutschland während des Nationalsozialismus. In Berlin gab es damals über 3000
Lagerstandorte für Menschen verschiedener Nationen, die zur Arbeit in Deutschland gezwungen wurden. Ein Barackenlager stand in Berlin-Rudow, unweit des Firmensitzes der Eternit AG. Auf dem Gelände des Zwangsarbeiterlagers soll in den kommenden Jahren ein Neubau für die Clay-Oberschule entstehen. Die Schule musste 1990 in Containern untergebracht werden, da an dem alten Standort Asbest entdeckt worden war und das Schulhaus geschlossen werden musste. Der Standort des Lagers als Schulstandort bot den Anstoß für ein diskursives Projektangebot in
der 10. Klasse der Clay-Oberschule. Im Januar durften die Schüler_innen eine Woche lang besichtigen, forschen und aufarbeiten, was auf dem Gelände für ihre neue Schule früher
geschah. Aufgerufen zu dem Projekt hatte der Verein Denk mal an Berlin e.V., der sich seit 2003 für die Jugendarbeit engagiert. Aus den Projektmitteln für das Jugendprojekt „werkstatt denkmal" sollte ein Materialkoffer entstehen, der auch über die Laufzeit der regulär
durchgeführten Projektwochen hinaus Bestand hat und von allen Pädagog_innen oder interessierten Jugendgruppen in Berlin ausgeliehen werden kann.
Mareen Maaß und Corinna Tell als Projektinitiatoren erprobten und evaluierten ihre konzeptionellen Ideen und Exponate für den Koffer mit den Schülern. Die Ergebnisse wurden in die Umsetzung des Materialkoffers einbezogen. Nun ist der Koffer in dreifacher Ausführung fertig gestellt und kann künftig bei Denk mal an Berlin e.V., im Dokumentationszentrum Zwangsarbeit und im Museum Neukölln ausgeliehen werden.
Der Verein Denk mal an Berlin e.V. lädt Sie am 12. Juni 2014 zur ersten öffentlichen Präsentation und Übergabe des Materialkoffers ein. Kulturstadträtin Frau Dr. Giffey und Museumsleiter Herr Dr. Gößwald werden anwesend sein.
(Quelle: Internetseite)