Kunst als Beute: Ein Stab geraubt in Suriname

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Humboldt Forum, Schloßplatz 10178 Berlin - zum Stadtplan

Freitag 22.03.2024 - Anfangszeit: 16:30 Uhr

Kategorie: Bildung

Kunst als Beute: Ein Stab geraubt in Suriname

Raub, Gewalt, Unrecht: nur selten finden sich Hinweise darauf in der Dokumentation der Herkunft von Objekten in Museumssamlungen. Anders bei einem Stab aus Suriname in Südamerika, einem der zentralen Ausstellungsstücke aus der temporären Ausstellung „Kunst als Beute“: hier ist auf der Karteikarte vermerkt, dass er einem nichtsahnenden surinamischen Dorfbewohner geraubt wurde, als er einen Laden der Missionsstation Wanhatti betrat.

Mehr als 100 Jahre später treffen Onias Landveld, niederländischer multidisziplinärer Künstler mit surinamischen Wurzeln und Andrea Scholz, Kuratorin am Ethnologischen Museum, zusammen und nähern sich dem Stab gemeinsam an: die Begegnung wird als Videoarbeit in der Ausstellung und im Späti gezeigt und bietet den Ausgangspunkt für ein Gespräch über das erste Aufeinandertreffen sowie die weitere Zusammenarbeit. In einer Spoken Word Performance verarbeitet Onias Landveld die Begegnung mit dem Stab aus dem Land seiner Vorfahren auch aus künstlerischer Perspektive.

Moderation: Jan Linders

Programm

16:30 Uhr: DJ Set von Alex Stolze

18:00 Uhr: Onias Landveld (Spoken Word)

18:30 Uhr: Gespräch zwischen Andrea Scholz, Onias Landveld und Jan Linders

im Anschluss: DJ Playlist von Alex Stolze

Die temporäre Ausstellung „Kunst als Beute. 10 Geschichten“ können Sie ab dem 22. März im 3. OG (Raum 312) besuchen. Weitere Objekte aus Suriname können Sie im 2. OG (Raum 208) besichtigen. Der Besuch der Ausstellungsflächen ist von 10:30 – 18:30 möglich.

Onias Landveld ist ein niederländischer multidisziplinärer Künstler und Dramatiker, der in seiner Arbeit auch gesprochenes Wort und Animation verwendet. Seine Eltern haben beide surinamische Maroon-Wurzeln (Saamaka und Ndyuka). Als Kind musste seine Familie wegen des Bürgerkriegs aus Südamerika fliehen. Obwohl seine Familie wieder nach Suriname zog, kehrte Landveld 1998 in die Niederlande zurück. Er hat eine starke Verbindung zu seiner Herkunftsgemeinschaft, ihren Traditionen und ihrem Wissen – er stand in Kontakt mit dem Ethnologischen Museum/Humboldt Forum wegen eines Sammlungsgegenstands aus dem Ndyuka-Dorf Wanhatti, in dem sein Onkel ein traditionelles Oberhaupt ist.

Alex Stolze (DJ) ist ein ostdeutsch-jüdischer Musiker, Produzent und Songwriter. Seine Kunst spiegelt ein Leben wider, in dem er sich mit seiner jüdischen Identität und seiner Verbindung zu Israel auseinandersetzt. Er ist in der Bildungsarbeit aktiv und organisiert Veranstaltungen, darunter Musikfestivals und solche mit Bezug zur jüdischen Gemeinde. Zurzeit ist Alex an einem Bildungsprojekt am Ethnologischen Museum/Humboldt Forum zum Thema „Entangled Memories“ beteiligt, das darauf abzielt, Workshops und Führungen zu den Themen Kolonialismus und Holocaust mit Partnern aus Namibia, Ruanda, Jamaika, Israel und Berlin zu entwickeln.

Andrea Scholz ist Kuratorin für transkulturelle Zusammenarbeit am Ethnologischen Museum und Museum für Asiatische Kunst, Berlin.

Jan Linders (Moderator) ist Bereichsleiter Programm/Veranstaltungen der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

- Kostenfrei

- Sprache: Englisch

- Teil von: SPÄTI

- Gehört zu: Kunst als Beute. 10 Geschichten

Mehr Infos im Internet:

https://www.humboldtforum.org

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