Öffentliche Vortragsreihe für das WS 2014/15 und das SoSe 2015 des Berliner Medizinhistorischen Museums der CharitéEntwicklung des Gliedmaßenersatzes. Vom Greifhaken und Stelzfuß zur gedanken- und computergesteuerten HightechprotheseVom Leben mit „Ersatzteilen"Ob künstliches Hüftgelenk, Flexfoot oder Herzschrittmacher:
Manche Prothesen unterstützen den Körper, wenn
die Kräfte schwinden oder lebensbedrohliche Störungen
auftreten. Andere ersetzen ganze Körperteile nach einem
Unfall oder schwerer Krankheit. Im Idealfall übernehmen
sie die komplette Funktion und sogar die Form der
fehlenden Extremität oder des zu ersetzenden Organs.
In der Geschichte ihrer Entwicklung tasteten sich Prothesen
allmählich von außen in das Innere des Körpers
vor. „Schnittstellen" waren zunächst Haut und Knochen,
Muskeln und Sehnen. Die Arm- und Bein-Prothetik erhielt
durch die vielen Verletzten des Ersten Weltkrieges wesentliche
Impulse. Wie ging die Gesellschaft mit diesen
Prothesenträgern um, wie fühlten sie sich selbst, wie
empfanden sie ihren ergänzten Körper? Nach diesen
historischen Darlegungen werden die Vortragenden im
zweiten Teil der Ringvorlesung „Körper-Geschichte(n) II"
des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité
auf aktuelle Entwicklungen in der Prothetik eingehen.
Längst geht es nicht mehr nur um eine notdürftige
lebenserhaltende Unterstützung. Heute sind es auch
Nerven, Gefäße, Gewebe oder ganze Organe, die ersetzt
werden. Angestrebt wird dabei ein gleichwertiger Ersatz
oder gar eine Verbesserung verschiedener Körperleistungen.
Im Zeitalter von Cyborgs und virtuellen Realitäten
kennt die menschliche Fantasie bezüglich der Gestaltung
des Körpers keine Grenzen. Ist das, was heute als
Science-Fiction anmutet, morgen schon Realität? Wohin
entwickelt sich der teilersetzte Körper und wie wird seine
Zukunft von unseren Vorstellungen von Machbarem und
Gewünschtem beeinflusst?(Quelle: Internetseite)