Im Zuge der Transformationsprozesse, die die türkische Gesellschaft unter der AKP Regierung durchläuft, verschieben, verändern und reproduzieren sich auch sexuelle Identitäten. Politische Reformen und wirtschaftlicher Aufschwung haben breite Teile der Gesellschaft verändert und eine konservative Narrative verstärkt. Geschlechterrollen werden im Lichte des AKP-Konservatismus neu gedacht und sexuellen Identitäten kommt in der konservativen Wende eine besondere Rolle zu. Homosexualität steht dabei als gegensätzliches Männlichkeitsmodell besonders im Fokus.Dies trägt zu der Polarisierung der türkischen Gesellschaft bei und führt zu einer Veränderungen in der Wahrnehmung sexueller Identitäten. Diese Wahrnehmung begrenzt sich nicht nur auf die Sicht der tabuisierten Homosexualität, sondern auch - in Abgrenzung - auf Heterosexualität.Trotz dieser konservativen gesellschaftspolitischen Wende ist homosexuelles Leben in der Türkei sichtbarer geworden: Jedes Jahr gehen mehr LGBT Personen auf die Straße, nicht mehr nur in Istanbul, sondern in zahlreichen Städten der Türkei. Dabei hat sich auch das Profil der nicht-heterosexuellen Individuen weiter ausdifferenziert: Immer mehr religiös orientierte Männer und Frauen versuchen ihre islamische Identität mit ihren sexuellen Lebensentwürfen in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund beleuchten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion die Konflikte und Bruchstellen der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Wahrnehmung von Homosexualität und Heterosexualität in der heutigen Türkei. Die Veranstaltung findet in deutscher und türkischer Sprache mit Simultanübersetzung statt. Im Anschluss laden wir Sie zu einem kleinen Empfang ein.(Quelle: Internetseite)