In die Stadt oder aufs Land - Wo leben wir besser?

ICAL

Sonntag 26.04.2015 - Anfangszeit: 11:00 Uhr

Kategorie: Bildung

26. April 2015, 11 Uhr
Unsere Sonntagsvorlesungen finden im Senatssaal im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10099 Berlin statt.Prof. Sigrun Kabisch, Department für Stadt- und Umweltsoziologie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZDie These: Wir befinden uns im urbanen Zeitalter: Weltweit drängen immer mehr Menschen in die Städte; immer weniger leben auf dem Land. Doch bedeutet ein Leben in der Stadt automatisch ein besseres Leben? Oder ist es ein stetiger Kampf um knappe Ressourcen wie bezahlbare Wohnfläche, Energie- oder Wasserversorgung? Gibt es für alle genug zu essen und einen Arbeitsplatz? Und: Ist das Leben in Städten überhaupt noch sicher? Um der zunehmenden Komplexität urbaner Entwicklung gerecht zu werden und deren Vorzüge für alle Stadtbewohner nutzen zu können, bedarf es akzeptierter Regeln zur gerechten Verteilung vorhandener Ressourcen. Die Stadtsoziologin Sigrun Kabisch sagt, dass technische Neuerungen wie moderne Verkehrs- oder Energieversorgungs-Systeme allein nicht reichen, um Städte für alle Bewohner lebenswert zu machen.PD Dr. Leonore Scholze-Irrlitz, Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde am Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt- Universität zu BerlinDer andere Blick: Sind flotter Großstadtalltag und ruhige Landromantik tatsächlich so gegensätzlich, oder bewegen sich vermeintlich unterschiedliche Lebenskonzepte immer stärker aufeinander zu? Während politische Maßnahmen der Realität hinterherlaufen, verwirklichen Jung wie Alt ihre Zukunftsvisionen und versuchen sich an Stadtackern oder Urban Gardening. Zwischen ländlichen Nahrungsmittelproduzenten und städtischen Verbrauchern entstehen kleinteilige Netzwerke, die u. a. solidarische Landwirtschaft genannt werden. Dauerhaft nutzbare Ressourcen wie der Boden für sauberes Trinkwasser sind für Metropolen zudem unabdingbar; Kulturlandschaft für Tourismus bedarf der Menschen, die diese pflegen. Die Ethnologin Leonore Scholze-Irrlitz sagt, dass Ressourcenökonomie in einem umfassenden Sinne auch neuartiger Alltagspraxen bedarf, aus denen heraus gesellschaftliche Teilhabe aller solide wachsen kann. (Quelle: Internetseite)

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