Fakten, Meinungen, Gefühle: Rechte Gefühlswelten auf Social Media

ICAL

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Dienstag 28.05.2024 - Anfangszeit: 19:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Darauf macht der Deutsche Diversity-Tag dieses Jahr am 28. Mai erneut aufmerksam. Als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt beteiligt sich die PHB seit vielen Jahren mit öffentlichen Veranstaltungen an diesem Tag. Die diesjährige Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sektion Politische Psychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen statt und thematisiert politische Meinungsbildung und Diskussionskulturen im digitalen Raum.

Als Experten ist der Medien- und Kulturwissenschaftler Dr. Simon Strick eingeladen, der affektive Strategien politisch rechter Akteure in den Sozialen Medien untersucht hat. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Korinna Fritzemeyer, Psychoanalytikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie an der PHB. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen – Anmeldungen sind über die Website der PHB möglich.


Zur Veranstaltung:Der Medienwissenschaftler Dr. Simon Strick zeigt zunächst in einem Vortrag, wie rechtsextreme Akteure die Freiheiten und emotionalen Tonalitäten sozialer Medien nutzen, um marktfähige Gegenrealitäten aufzubauen, mit denen sie zunehmend Anhänger und Wahlen gewinnen. Von GamerGate bis Halle, „großer Austausch“ bis „Corona-Lüge“ – Dr. Strick stellt dar, wie Akteure der Neuen Rechten Gefühlsgemeinschaften herstellen, in denen sie sich als bedroht und in ihrem Überleben gefährdet inszenieren. Dabei stellt er dar, dass die Gefühlsangebote extremrechter Kommunikation sehr viel weitreichender sind, als es die gängigen Stereotypen von „Hasspolitik“ oder „Angstmache“ nahelegen: Rechte Kommunikation im Netz formuliert Rassismus als Empowerment, Ausgrenzung als Stolz, Hate Speech als Witz. Moderiert von Dr. Korinna Fritzemeyer wird anschließend gemeinsam mit dem Publikum diskutiert, was dies für politische Auseinandersetzungen im virtuellen Raum aber auch im physischen Alltag bedeutet.


Zu den Referierenden:
Dr. Simon Strick ist Medien- und Kulturwissenschaftler und Genderforscher. Er promovierte 2011 an der Humboldt Universität mit einer Monographie zu Schmerz und Biopolitik im Zusammenhang mit Race und Gender. Das Buch American Dolorologies erschien bei SUNY Press in 2014. Er hatte Positionen an der Humboldt Universität, der Universität Paderborn, dem JFK-Institut der FU Berlin, dem ZfL Berlin und der University of Virginia inne. 2018 erhielt Simon Strick eine Forschungsförderung der VW-Stiftung für das Projekt “Feeling (Alt)Right: Affektive Strategien der Online-Rechten”; das Buch Rechte Gefühle erscheint 2020 bei Transcript. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit konzentriert sich auf Gender und Race-Theorien, Populäre Kulturen, Film, sowie Medien- und Kulturanalyse. Zusammen mit Susann Neuenfeldt und Werner Türk gründete er 2009 das Theaterkollektiv PKRK. Simon Strick lebt und arbeitet in Berlin.

Dr. Korinna Fritzemeyer ist psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin (DPV/IPA/DGPT). Sie ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie an der PHB tätig. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich transgenerative Weitergabe von Traumatisierungen in Folge von Krieg und Verfolgung sowie psychischer Missbrauch und Indoktrinationsprozesse bei militarisierten Kindern.

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