Exil und Staatenlosigkeit im Berlin der Zwischenkriegszeit: Zufluchtsort oder Transitzone?

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Montag 11.06.2018 - Anfangszeit: 19:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Exil und Staatenlosigkeit im Berlin der Zwischenkriegszeit: Zufluchtsort oder Transitzone?

Nach dem Erscheinen der Neuauflage des Erlebnisberichts Rien où poser la tête (Gallimard 2015) von Françoise Frenkel und dessen deutscher Übersetzung (Hanser Verlag 2016), kehren das Label EHNE, das Marc Bloch Zentrum Berlin, das UMR Dyname der Universität Straßburg, das Institut français Berlin und das Bureau du Livre français nun zu der unbekannten Geschichte über die „Maison du Livre français“ in Berlin und den erstaunlichen Weg des Buchhändlerpärchens zurück. Neben dem Werdegang der beiden Protagonisten und der Geschichte der französischen Buchhandlung, welche Thema einer Diskussionsrunde und einer öffentlichen Debatte sein werden, geht es darum, die Situation der Ausländer, vor allem die der ausländischen Juden im Berlin der Zwischenkriegszeit, zu verstehen und sich mit Fragen zu Exil und Staatenlosigkeit auseinanderzusetzen.

Diskussionsrunde – Debatte im Institut français Berlin (11.06.2018): „eine französische Buchhandlung im Berlin der Zwischenkriegszeit“

Zuerst sprechen die Teilnehmer über die Geschichte der Maison du Livre français und ordnen diese in den unbeständigen politischen und kulturellen Kontext der deutsch-französischen Beziehungen ein: Warum eröffnet man eine französische Buchhandlung im Jahr 1921 in einer der frankophobsten Städte Europas, in der zudem die Niederlage den Wunsch nach Rache noch verschärft? Was hat diese Buchhandlung zu bieten? Und für welches Publikum? Wie schafft sie es, sich im Nazi-Berlin zwischen 1933 und 1939 zu behaupten? Um diese private Initiative zu verstehen, ist es notwendig, den Werdegang der Buchhändler zu rekonstruieren und deren Verankerung in der deutsch-französischen Kultur zu analysieren: Wollten sie zwischen den beiden Ländern vermitteln? Hat ihnen ihr Status als „Unbeteiligte“ (polnische oder russische Heimatlose) geholfen? Die Teilnehmer diskutieren über die Spuren und deren Auslöschung: die Geschichte des mehrdeutigen Erlebnisberichts Frenkels und der Konfrontation mit anderen behördlichen Quellen (insbesondere die Archive der Plünderung jüdischen Eigentums und der Entschädigung, Landesarchiv Berlin) als auch mit Zeugenaussagen. Es werden Unterschiede zwischen Frenkels Erzählung und den anderen gesammelten Spuren aufgedeckt.

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