Der Frauenstrafvollzug in der DDR am Beispiel Hoheneck.- Vortrag von Stefan Appelius

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Donnerstag 25.09.2025 - Anfangszeit: 18:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Der Frauenstrafvollzug in der DDR am Beispiel Hoheneck.- Vortrag von Stefan Appelius

Im Erzgebirge befand sich zu DDR-Zeiten eine Haftanstalt, die es in der alten Bundesrepublik schon lange vor dem Mauerfall zu trauriger Berühmtheit brachte. Ein verbotener Ort, der auf keiner Landkarte eingezeichnet war und mit den Lebenswegen vieler tausend Frauen verbunden war, die hier seit Frühjahr 1948 aus politischen Gründen inhaftiert waren. Sie waren von Sowjetischen Militärtribunalen und im Rahmen der berüchtigten Waldheimer Prozesse verurteilt worden. Sie saßen als Jehovas Zeugen wegen ihres Glaubens ein, weil sie Widerstand gegen das SED-Regime geleistet oder versucht hatten, die DDR in Richtung Westen zu verlassen.

Das Haftregime der Deutschen Volkspolizei (Abteilung Strafvollzug) war militärisch streng, die hygienischen Zustände katastrophal und die Ernährung der Inhaftierten völlig unzureichend. Die hier seit den 1950er Jahren tätigen volkseigenen Betriebe produzierten Tag und Nacht im Dreischicht-System. Die von den Frauen zu erbringende Norm war hoch. Wer den Anforderungen der Akkord-Arbeit nicht genügte, hatte mit strenger Bestrafung zu rechnen.

Prof. Stefan Appelius, der die Dauerausstellung der Gedenkstätte Hoheneck konzipierte und als Gründungsdirektor der Gedenkstätte fungierte, ordnet die Geschichte der Haftanstalt in den größeren Rahmen des Strafvollzugs in der DDR ein und stellt die miserable Situation der Häftlinge vor.

Ergänzend werden im Bundesarchiv überlieferte Akten zu Hoheneck zur Einsicht ausliegen. Damit soll das Besondere der Vortragsreihe – die Ergebnisse historischer Forschung direkt am Ort der archivischen Quellen vorzustellen – greifbar werden. Nach dem Vortrag (etwa 45 min) wird Zeit für Fragen und Diskussion sein.

Zusätzlich wird vor der Veranstaltung eine einstündige öffentliche Führung durch das Bundesarchiv angeboten, um Interessierten die Liegenschaft, die Benutzungsmöglichkeiten und den professionellen Umgang mit historischen Quellen im Archiv nahezubringen (Beginn: 16:45 Uhr).

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