Climate Lecture 2010 mit Elinor Ostrom: "Who Affects Climate Change"
Zeit: Dienstag, 22. Juni 2010, 14:00 Uhr (Einlass ab 13:30 Uhr)
Ort: TU Berlin, Hauptgebaude, Audimax, Straße des 17. Juni 135
Was allen gehort, scheint niemandem etwas wert zu sein. Wo Markt und Staat versagen, ist die Losung von Umweltproblemen, laut Aussage der neoklassischen Okonomie, unmoglich.
Dieser Auffassung widerspricht Elinor Ostrom vehement. Gemeineigentum, so die These der Politikwissenschaftlerin, kann auch ohne private Eigentumsrechte oder zentralstaatliche Interventionen nachhaltig bewirtschaftet werden, denn die Menschen sind durchaus bereit zu kooperieren. Für ihre Forschungen, die die Bedigungen für die nachhaltige Bewirtschaftung von Gemeingütern aufzeigen, wurde Ostrom 2009 als erste Frau mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Formale und informelle Institutionen auf lokaler Ebene konnen nach ihrer Auffassung entscheidend dazu beitragen, die Tragodie des Gemeineigentums zu entscharfen. Ostrom hebt darin auch die Bedeutung von Vertrauen, moralischen Normen und Altruismus hervor und weist empirisch nach, dass Menschen nicht immer egoistisch handeln.
Im Rahmen der Climate Lecture 2010 wird Elinor Ostrom deutlich machen, dass die Fixierung auf ein globales Klimaschutzabkommen zu kurz greift. Die Losung des Klimaproblems sollte man nach ihrer Auffassung nicht allein Diplomaten überlassen, sondern auch die Kenntnisse und Handlungsmoglichkeiten von Bürgern, Gemeinden und Akteuren der nationalen Politik nutzen. Ostrom zeigt, dass dieser Ansatz ein Erfolgsrezept sein konnte, weil er das fruchtlose "Entweder-Oder" von globaler und lokaler Verantwortung vermeidet.
Die Vorlesungsreihe Climate Lectures findet statt in Kooperation mit der Vattenfall Europe AG und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Ottmar Edenhofer, Chefokonom des PIK, hat den von der Michael-Otto-Stiftung unterstützten Lehrstuhl für die Okonomie des Klimawandels an der Technischen Universitat Berlin inne.