Auswirkungen ionisierender Strahlung auf das Geschlechterverhältnis

ICAL

Montag 07.04.2014 - Anfangszeit: 15:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Dem Phänomen der "Verlorenen Mädchen" wurde in mehreren Studien von Dr. Hagen Scherb und anderen Forschern nachgegangen. Eine eigenartige Verschiebung der Geschlechterverhältnisse im Zusammenhang mit ionisierender Strahlung konnte bei jeder Untersuchung festgestellt werden. Es scheint, dass in der Nähe von Atomkraftwerken durchschnittlich weniger Mädchen geboren werden. In der Nähe von Zwischenlagern, Deponien, Forschungsreaktoren, Atomwaffenlagern und Urananreicherungsanlagen kommt es ebenfalls zu ähnlichen Veränderungen des Geschlechtsverhältnisses bei den Neugeborenen. Bereits nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kam es Wissenschaftlern zufolge zum „Chernobyl gender gap“ (1987-2000), einer Geschlechterlücke von ca. 440.000 theoretisch fehlenden Mädchen in Europa. Andere Auswirkungen von Tschernobyl sind bekannter: In Bayern und der ehemaligen DDR kam es zu einer erhöhten Anzahl an Fehlbildungen.  Auch wurden nach 1986 mehr Kinder mit Down Syndrom geboren. Die Rate der Totgeburten stieg nach Tschernobyl in Ost-Europa, Finnland und Bayern deutlich an. Bei den "Verlorenen Mädchen" geht es um eventuelle Folgen der ionisierenden Strahlung von Atomanlagen im Normalbetrieb. Nach den Berechnungen der Forscher wurden in einem Umkreis von 35 Kilometern um die untersuchten deutschen Atomanlagen rund 15.000 weniger Mädchen geboren als statistisch zu erwarten wäre. Die Veränderung des Geschlechterverhältnisses könnte auf eine Schädigung des Erbgutes durch die ionisierende Strahlung hinweisen. In diesem öffentlichen Fachgespräch wollen wir gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen dem Phänomen der "Verlorenen Mädchen" nachgehen, mögliche Lösungsansätze diskutieren und die Frage nach politischen Handlungsmöglichkeiten aufwerfen.

(Quelle: Internetseite)

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