Ackertalk - Samenfest, Hybrid oder was?

ICAL

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Donnerstag 14.09.2017 - Anfangszeit: 17:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Ackertalk - Samenfest, Hybrid oder was?

Ein Ackertalk auf dem Weltacker mit:

Anja Banzhaf, Autorin von „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“

Dr. Reinhard von Broock, ehemaliger Geschäftsführer KWS Lochow GmbH

Anja Christinck, Forschung und Kommunikation bei Seed4Change

Moderation: Benedikt Haerlin, Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Seit gut 10.000 Jahren geben Menschen das Saatgut ihrer Kulturpflanzen von einer Generation an die nächste weiter. Unzählige Sorten sind dabei entstanden und auch wieder untergegangen. Dabei geht es nicht nur um den Ertrag, sondern auch um die Widerstandfähigkeit gegen bestimmte Krankheiten, um die Anpassung an die jeweiligen örtlichen und klimatischen Gegebenheiten, um Geschmack und Moden, neuerdings häufig auch um Aussehen, Transportfähigkeit und Haltbarkeit.

Seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts setzt sich zunehmend die Hybridzüchtung durch, eine Technik, bei der zwei verschiedene Inzuchtlinien gekreuzt werden und nur deren direkte Nachkommen (F1) die gewünschten Eigenschaften haben. In den folgenden Generationen verlieren sich diese Eigenschaften, sodass sie für den Nachbau nicht geeignet sind. Die Landwirte müssen deshalb das Saatgut jedes Jahr neu kaufen und seine Weiterentwicklung bleibt gänzlich in der Hand der Saatgutunternehmen. Viele der gängigen Gemüse- und auch Getreidesorten gibt es in Deutschland mittlerweile fast ausschließlich aus der Hybridzüchtung, viele andere mit einem Hybridanteil von über 60 Prozent – auch im Biolandbau.

Neben der vermehrten Abhängigkeit von großen Saatgutkonzernen und dem Verlust an Sortenvielfalt stehen Hybride auch für Qualitätsprobleme und hohe Preise in der Kritik. Jedoch gibt es auch andere Facetten zu der Debatte. Aus der Hybridzüchtung hervorgegangene Pflanzensorten versprechen höhere Erträge, eine bessere Resistenz gegen Schädlinge und Krankheiten sowieso die gute technische Handhabbarkeit möglichst einheitlicher, an möglichst vielen Standorten gedeihender Pflanzen.

Was hat es genau mit diesen zentralen Vor- und Nachteilen auf sich und welche sind vielleicht doch Mythen? Was bedeuten die Entwicklungen in der Pflanzenzüchtung eigentlich für die Agrobiodiversität? Welche Rolle spielt die Hybridzüchtung für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und wie kann Züchtung für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft aussehen? All dies diskutieren wir bei unserem Ackertalk sowohl mit Befürworter*innen als auch Kritiker*innen der Züchtungsmethode.

Im Anschluss an eine vielseitige Diskussion werden wir in den Genuss von frisch vom Weltacker geerntetem samenfesten Zuckermais kommen (Aktion Bantam-Mais). Das Mais-Catering Tlaxcalli wird uns in die Geschmackswelt jener Ackerfrucht führen, bei der die Hybridzüchtung begann.

Ablauf:
17:00 Einlass am IGA-Haupteingang Kienbergpark
17:30 Begrüßung und einführende Statements
18:15 Podiumsdiskussion
18:45 Diskussion mit dem Publikum
19:15 Schlussworte
19:30 Ackersnack und Vorstellung Tlaxcalli
20:00 Offenes Ende

Foto: Fabienne Buchmann

Mehr Infos im Internet:

www.2000m2.eu

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