99 Fragen Gathering

ICAL

Humboldt Forum Schlossplatz 10178 Berlin - zum Stadtplan

Donnerstag 27.10.2022 - Anfangszeit: 10:00 Uhr

Kategorie: Bildung

Der erste Zyklus von 99 Fragen wird mit einem kleinem Gathering abschließen und gleichzeitig ist ein neuer Zyklus ist im Entstehen. Über den Zeitraum von zwei Tagen werden an mehreren Orten im Humboldt Forum künstlerische Interventionen stattfinden und verschiedene Impuls-Sessions.

Das Programm beinhaltet verschiedene künstlerische Interventionen und Beiträge in Form von Impulsvorträgen und Gesprächen zu Themen wie Digitalisierung und Technologie, ecologies of knowledge und Ästhetikverständnisse, Formen der Restitution und den verschiedenen Verbindungen musealer Sammlungen mit Ökologie. Im Laufe der zwei Tage werden wir uns mit einer curatorial hospitality befassen und nach Formen der Dezentralisierung als kuratorische Praxis suchen. In den Impuls-Sitzungen wird es open assemblies geben, die als offene Räume gedacht sind, um Diskussionen fortzuführen, andere Fragen zu stellen und Ausdrucksformen zu finden.

Das Gathering und das Konzept der Pilgerreise
Dieses Gathering ist im Sinne der Schaffung eines sozialen Moments des Zusammenkommens inspiriert von der dekolonialen feministischen Denkerin María Lugones und ihrem Buch "Pilgrimages/Peregrinajes: Theorizing Coalition Against Multiple Oppressions (Feminist Constructions)”*. Wir wollen in diesem Gathering den Idee nachgehen, wie Beziehungen und Praktiken eine zeitlich und räumliche Praxis schaffen können um gemeinsam neue Fragen einzubringen. Die Pilgerreise ist eine uralte spirituelle Praxis, bei der sich Menschen versammeln, um einem Raum Zeit zu widmen. Sie ist eine Form der Bewegung, Transformation und des Heilens. Sie ist ein Aufbruch, offen für Veränderung, um etwas hinter sich zu lassen oder um sich (wieder) zu verbinden. Die Pilgerreise ermutigt uns, in Raum und Zeit, in Erinnerungen und Gedanken umherzuwandern.Wir wollen die Pilgerreise als eine epistemische Praxis der Bewegungen von Wissen, Erinnerungen und Gefühlen verstehen, um dem Zugriff institutionelle Strukturen zu lockern und Beschreibungen zu hinterfragen die eine gemeinsame Praktiken und Perspektiven hervorbringen.

Literatur: María Lugones (2003): Pilgrimages/Peregrinajes: Theorizing Coalition against Multiple Oppressions. Lanham, Md.: Rowman & Littlefield.

Wie kann teilgenommen werden?
Die genannten Veranstaltungen finden an unterschiedlichen Orten im Humboldt Forum statt und sind kostenlos für alle Interessent*innen offen zugänglich, sei es für eine ganztägige Teilnahme oder einzelne Beiträge. Die Impuls-Sitzungen jedoch haben eine begrenzte Kapazität und bedürfen einer Anmeldung über 99questions@humboldtforum.org

Initiiert und produziert vom Goethe Institut Angola, koproduziert vom Humboldt Forum, Beratung durch das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin

PROGRAMMÜBERSICHT
Tag 1 Donnerstag, 27. Oktober

10:00 Uhr - 19:00 Uhr (gesamter Zeitraum) No Archive can restore you – three films by Onyeka Igwe

Eine filmische Intervention in der Dauerausstellung der ethnologischen Sammlung. Die Filmemacherin Onyeka Igwe hat eine visuelle Sprache entwickelt, um mit dem sensiblen und oftmals rassistischen Material von audiovisueller ethnografischer Dokumentation zu arbeiten. Sie verwendet autofiktionale Elemente, Wiederholungen und Verformungen sowie Bewegungen und Rhythmen, wirft sie weitere Fragen auf, wie man sich der kolonialen Vergangenheit nähert, wie man sich kritisch und ethisch mit ihr auseinandersetzt und dabei eine Vielzahl von Erzählungen sichtbar macht. Die drei Filme "Specialised Technique", "the names have changed, including my own and truths have been altered" und "No Archive Can Restore You" werden vor den Ausstellungsvitrinen von ethnografischer Objekte gezeigt. Indem Bewegung und Rhythmen zum Einsatz kommen, stehen die Filme im Kontrast zur statischen Präsentation der Objekte und führen koloniale Geschichten mit persönlichen Erinnerungen zusammen, um einen vergessenen und manchmal unmöglichen Dialog fortzuführen.

10:00 Uhr Willkommen

10:00 Uhr – 11:30 Uhr Walking in Words – Eine immersive Leseerfahrung von Priya BasilDie Autorin und Aktivistin Priya Basil wird in das zweitägige 99 Fragen Gathering einführen und die Veranstaltung zum Abschluss bringen. Sie wird die Rolle einer aktiven Beobachterin einnehmen und ortsspezifische sowie zeitlich abgestimmte Lesungen beitragen, ausgehend von der pilgerähnlichen Herangehensweise des Gatherings. Ihre immersive Lesung wird erkunden, was mit unserer Umgebung, Realität und Sprache passiert, wenn wir gemeinsam herumlaufen. Und wie können Worte den Rhythmus, die Richtung und das Gefühl eines jeden Schrittes verändern, der beim Voranschreiten gemacht wird?

11:30 Uhr – 12:30 Uhr Artist Talk mit Onyeka Igwe (tbc)

14:00 Uhr - 16:30 Uhr Impulsvorträge (Anmeldung erforderlich) von Kuratorin Sara Garzón über einen intersektionellen Dialog zu Technologie. Chao Tayiana und Molemo Moiloa von "Open Restitution Africa zu Collections, Data and the continued violences against African knowledge systems". Jim Chuchu und Njoki Ngumi vom multidisziplinären Kollektiv The Nest zu Restitution und Wiedergutmachung (digital) und “Open assembly”.

17:00 Uhr – 19:00 Uhr Gang durch die Ausstellungen

17:00 Uhr - 19:00 Uhr Offene Probe für die Performance Places of Belonging von Tila Likunzi, Iris B. Chocolate, Jaliya The Bird, Mwana Pwo und Lilianne Kiam

Places of Belonging ist eine Performance der in Angola ansässigen Künstlerinnen und Kuratorinnen Tila Likunzi, Iris B. Chocolate, Jaliya The Bird, Mwana Pwo und Lilianne Kiam. "Places of Belonging" beschäftigt sich mit der Wiederaneignung von Objekten als einen Prozess der kulturellen Verdrängung und aktiver Erinnerungsarbeit. Indem sie in einen Dialog mit "Chibinda Illunga" treten, welcher in der Ausstellung gezeigt wird, reflektiert die Performance die "Diaspora" von verschleppten Objekten sowie das Zurückfordern ihrer Geschichten als Erzählungen, die spezifischen kulturellen Zeiten, Räumen und Orten entstammen oder zu ihnen gehören.

Tag 2
Freitag, 28. Oktober

10:00 Uhr - 19:00 Uhr (ganzer Zeitraum) No Archive can restore you – three films by Onyeka Igwe

Eine filmische Intervention in der Dauerausstellung der ethnologischen Sammlung. Die Filmemacherin Onyeka Igwe hat eine visuelle Sprache entwickelt, um mit dem sensiblen und oftmals rassistischen Material von audiovisueller ethnografischer Dokumentation zu arbeiten. Sie verwendet autofiktionale Elemente, Wiederholungen und Verformungen sowie Bewegungen und Rhythmen, wirft sie weitere Fragen auf, wie man sich der kolonialen Vergangenheit nähert, wie man sich kritisch und ethisch mit ihr auseinandersetzt und dabei eine Vielzahl von Erzählungen sichtbar macht. Die drei Filme "Specialised Technique", "the names have changed, including my own and truths have been altered" und "No Archive Can Restore You" werden vor den Ausstellungsvitrinen von ethnografischer Objekte gezeigt. Indem Bewegung und Rhythmen zum Einsatz kommen, stehen die Filme im Kontrast zur statischen Präsentation der Objekte und führen koloniale Geschichten mit persönlichen Erinnerungen zusammen, um einen vergessenen und manchmal unmöglichen Dialog fortzuführen.

10:00 Uhr Willkommen

10:30 Uhr – 14:30 Uhr (inklusive Pausen) Impulsvorträge von Kuratorin Andrei Fernandez zu “Los cauces del sentido”. Kunsthistorikerin Beatrice von Bismarck zu “Curatorial Hospitality” und Michael Dieminger zu den zukünftigen Zyklen von 99 Fragen und "Open assembly".

15:00 Uhr – 15:45 Uhr DIGITAL ARTIST TALK: “Maloca Museum” mit Denilson Baniwa und Thiago da Costa Oliveira (digital)

Der Künstler Denilson Baniwa und der Kurator Thiago Lopes da Costa Oliveira werden uns online zugeschaltet sein und einen Vortrag zum Projekt “Maloca Museum” halten, welches das Ziel verfolgt, Prozesse der Wiederaneignung von Artefakten und Bildern zu fördern, die im oberen Rio Negro (brasilianisches Amazonasgebiet) gesammelt wurden und sich aktuell im Ethnologischen Museum Berlin befinden. Als wandernde Installation wird das "Maloca Museum" an verschiedenen Orten des Rio Negro stattfinden und einen Versammlungsort schaffen, wo man etwas über die Bedeutungen und Praktiken erfahren kann, die vom Kontakt mit jenen Artefakten inspiriert sind.

16:15 Uhr – 17:00 Uhr Walking in Words – Eine immersive Leseerfahrung mit Priya Basil

Die Autorin und Aktivistin Priya Basil wird in das zweitägige 99 Fragen Gathering einführen und die Veranstaltung zum Abschluss bringen. Sie wird die Rolle einer aktiven Beobachterin einnehmen und ortsspezifische sowie zeitlich abgestimmte Lesungen beitragen, ausgehend von der pilgerähnlichen Herangehensweise des Gatherings. Ihre immersive Lesung wird erkunden, was mit unserer Umgebung, Realität und Sprache passiert, wenn wir gemeinsam herumlaufen. Und wie können Worte den Rhythmus, die Richtung und das Gefühl eines jeden Schrittes verändern, der beim Voranschreiten gemacht wird?

17:30 Uhr – 18:30 Uhr Gemeinsamer Rundgang mit Tarek Ibrahim um das Humboldt Forum herum.

19:00 Uhr – 20:30 Uhr Performance Places of Belonging und Artist-Talk mit Tila Likunzi, Iris B. Chocolate, Jaliya The Bird, Mwana Pwo und Lilianne Kiam

Places of Belonging ist eine Performance der in Angola ansässigen Künstlerinnen und Kuratorinnen Tila Likunzi, Iris B. Chocolate, Jaliya The Bird, Mwana Pwo und Lilianne Kiam. "Places of Belonging" beschäftigt sich mit der Wiederaneignung von Objekten als einen Prozess der kulturellen Verdrängung und aktiver Erinnerungsarbeit. Indem sie in einen Dialog mit "Chibinda Illunga" treten, welcher in der Ausstellung gezeigt wird, reflektiert die Performance die "Diaspora" von verschleppten Objekten sowie das Zurückfordern ihrer Geschichten als Erzählungen, die spezifischen kulturellen Zeiten, Räumen und Orten entstammen oder zu ihnen gehören.

Weitere Informationen: Sprachen: Englisch. Übersetzungen durch Teilnehmer*innen in Spanisch, Deutsch, Portugiesisch erfolgen. Ab 14 Jahren. Orte: Mechanisches Theater im Foyer, auf den Dauerausstellungflächen, im Saal 3 und in den Seminarräumen. Kostenfrei

Mehr Infos im Internet:

https://www.humboldtforum.org

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