Lesung der Biografien von Mauertoten
13.08.2011, 00:00-06:00 Uhr, Ort: Kapelle der Versohnung
Das Gedenken an den 50. Jahrestag des Mauerbaus beginnt bereits in der Nacht zum 13. August mit der Lesung der Biografien von Mauertoten. In der Kapelle der Versohnung konnen von 00:00 Uhr nachts bis 06:00 Uhr morgens die Geschichten der Menschen gehort werden, die an der Berliner Mauer getotet wurden oder ums Leben kamen.
Gedenkveranstaltung zum Mauerbau am 13. August
13.08.2011, 10:00-12:00 Uhr, Ort: Hauptbühne Bernauer Straße/Ackerstraße
Die zentrale Gedenkveranstaltung ist den Opfern von Mauer und Teilung gewidmet. Nach der Begrüßung und den Ansprachen des Bundesprasidenten, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, des Beauftragten für Kultur und Medien, wird die Zeitzeugin Freya Klier von ihrer Flucht berichten. Die Folgen der Grenzschließung für die Menschen in Ost und West sind Thema der neuen Außenausstellung entlang der Bernauer Straße, deren zweiter Abschnitt eroffnet wird. Anschließend findet in der Kapelle der Versohnung eine okumenische Andacht statt, die zur Kranzniederlegung am Denkmal überleitet. Zum Abschluss wird mit einer Schweigeminute in ganz Berlin an den Schrecken der Teilung und ihre friedliche Uberwindung erinnert. Anschließend singen "Chore der Stadt".
Gedenkstatte Berliner Mauer
Gedenkstatte Berliner MauerVeranstaltungen am Nachmittag
Nach der Gedenkveranstaltung gibt es ein vielfaltiges Angebot auf dem gesamten Gedenkstattengelande: ein Bühnenprogramm mit interessanten Gesprachspartnern und künstlerischen Darbietungen, das Zeitzeugencafé als Begegnungsmoglichkeit für jüngere und altere Gaste, Kinderbuchlesungen und Kinderführungen sowie eine Tanzperformance.
Moderierte Gasterunden mit künstlerischer Umrahmung
12:20-19 Uhr, Ort: Hauptbühne, Bernauer Straße/Ackerstraße
Zeitzeugen erinnern sich in Gesprachsrunden an die unmittelbaren Auswirkungen und Folgen der Teilung der Stadt auf ihren Alltag und ihr Berufsleben. Neben Anwohnern der Bernauer Straße, Vertretern des Berliner offentlichen Dienstes und der ehemaligen Alliierten berichten Journalisten sowie Fluchthelfer und Flüchtlinge. Weitere Gesprachsrunden widmen sich dem Freikauf und ungewohnlichen Fluchtwegen.
Die Runden werden umrahmt von künstlerischen Beitragen, u.a von André Herzberg, Wassily Gerassimez, dem Jugend- und Kinderchor Gropiuslerchen Berlin sowie dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin. Die Schauspielerin Catherine Flemming und der Schauspieler Jorg Gudzuhn lesen aus den Berichten von Flüchtlingen vor.
Filmvorführung -Mauerhaft-. Der private Blick auf die Mauer
19-20 Uhr, Ort: Hauptbühne Bernauer Straße / Ackerstraße
Der Film MAUERHAFT ist eine Sammlung ganz personlicher filmischer Dokumente aus den Jahren 1950 bis 1990, die ein emotionales Stück dramatischer WeltAgeschichte widerspiegeln. Dazu wurden 8mm-Filme von Amateurfilmern aus Ost und West gesammelt und deren Erinnerungen an die Mauer für jedermann sichtbar gemacht. Die Aufnahmen sollen zu einem grenzenlosen Erlebnis werden, das daran erinnert, wie es in jenen Tagen war, diesseits und jenseits der Mauer.
Info-Meile der Zeitgeschichte
12 -18 Uhr, Ort: Bernauer Straße Ecke Gartenstraße, gegenüber Besucherzentrum
An über 40 Infostanden prasentieren Opferverbande, Grenzlandmuseen, Gedenk- und Erinnerungsstatten, zeitgeschichtliche Museen sowie weitere Initiativen und Einrichtungen auf einer -Infomeile der Zeitgeschichte- ihre Arbeit und kommen mit Besuchern ins Gesprach.
Tanzperformance -Between the Bricks-
Ab 12.20 Uhr und am Nachmittag, Ort: auf dem Gelande der Gedenkstatte Berliner Mauer
Bei der Tanzperformance -Between the Bricks- der Choreografin Jo Parkes werden etwa 40 Darsteller tanzerisch mit der Stahlstabe-Installation - der Nachzeichnung der Mauer auf dem Gedenkstattengelande - interagieren. Für dieses Projekt sprach die Englanderin mit Zeitzeugen und erarbeitete mit den Tanzerinnen und Tanzern die Choreografie in Workshops: Hierfür kommen Schülerinnen und Schüler aus dem Kiez mit den Zeitzeugen zusammen.
Das Zeitzeugencafé
15 -18 Uhr, Ort: Hotelgarten hinter dem Dokumentationszentrum Bernauer Str. 111
Das Zeitzeugencafé ist eine Erganzung zum Bühnenprogramm und zu den Aktivitaten auf dem Gedenkstattenareal und ladt zu Gesprachen im Garten des benachbarten Hotels -Grenzfall- ein.
Die Lesung autobiografischer Texte bekannter Autoren und erlebter Geschichten aus dem Alltag im geteilten Berlin finden im Wechsel mit Gesprachsrunden statt, bei denen Jugendliche die Zeitzeugen zu ihren Erfahrungen und Erinnerungen befragen. Es geht dabei um Geschichten von Grenzgangern, Alltagsgeschichten der Berliner vor und nach dem Mauerbau, Erlebnisse von Flüchtlingen und Fluchthelfern und Berichte von Schülerinnen und Schülern aus so genannten Ostklassen.
Die Besucher konnen Fragen stellen und sich aktiv an den Gesprachen beteiligen. Die ruhige Atmosphare bei Kaffee und Kuchen im preisgekronten Hotelgarten bietet hierzu den perfekten Rahmen.
Kinderprogramm
14-18 Uhr, Ort und Treffpunkt: Mauercafé in der Bernauer Straße 118
Um 14 Uhr konnen Kinder zwischen 8 und 12 Jahren an der Führung -Wer will Mauerexperte werden?- teilnehmen. Bei dieser Entdeckungstour finden sie z.B. Antworten darauf, warum die Menschen plotzlich nicht mehr durch ihre Haustür auf die Straße gehen konnten und werden zu -Mauer-Experten-.
Die Führung dauert 1,5 Stunden.
Von 15 bis 18 Uhr finden Kinder jeden Alters bunte Stifte, Bastelpapier und Schere in einer Mal-Ecke im Mauercafé und sind herzlich eingeladen, zu malen und zu basteln.
Um 15.30 Uhr liest Franziska Groszer aus ihrem Kinderbuch -Rotz und Wasser. Eine Jugend in Ost-Berlin- vor und freut sich über viele lauschende Kinder (ab 11 Jahre).
In -Rotz und Wasser- muss sich Oli, der in Ost-Berlin lebt, die Fragen nach DDR-Alltag, Ausbürgerung und einer Heimat im geteilten Land stellen. Nach dem Besuch eines Pop-Konzerts in Polen wird er verhaftet und wegen staatsfeindlichen Verhaltens in die DDR zurückgeschickt. Spatestens als Freundin Nana bei einer Nacht- und Nebelaktion in den Westen verschwindet, stoßen Oli die Schikanen des totalitaren Systems auf. Schließlich wird auch der Druck der Stasi auf Olis Mutter so groß, dass sie einen Ausreiseantrag stellt.
Sonderführungen
13.00, 15.00, 18.00 Uhr, Treffpunkt: Vorplatz Kapelle der Versohnung, Bernauer Straße
Sonderführungen des Kurators der Außenausstellung und des Projektleiters für die Erweiterung der Gedenkstatte Berliner Mauer über das neue Gedenkstattenareal sowie eines Vertreters der Ev. Sophiengemeinde über die besondere Situation des Sophienfriedhofs durch den Mauerbau.
Fluchthelfer-Flüchtlings-Treffen
18 Uhr, Ort: Kapelle der Versohnung, Bernauer Straße
Auch nach dem Mauerbau versuchten noch Tausende von DDR-Bürgern trotz aller Gefahren über die geschlossene Grenze zu flüchten. Viele von ihnen erhielten dabei Unterstützung aus dem Westen. Besonders an den West-Berliner Universitaten und Hochschulen bildeten sich Fluchthilfegruppen, die auf vielfaltigen Wegen unter hohem personlichem Einsatz Menschen den Weg in die Freiheit ermoglichten. Sie überwanden die Sperranlagen, krochen durch die Kanalisation oder durch Tunnel, wurden mit geborgten und gefalschten Passen durch die Grenzkontrollen gebracht oder in umgebauten Autos versteckt über die Grenze gefahren.
Die meisten Flüchtlinge und Fluchthelfer haben sich seitdem aus den Augen verloren. Viele würden sich aber gern wiedersehen.
Ein Kreis von Flüchtlingen und Fluchthelfern, die Stiftung Berliner Mauer sowie die Evangelische Versohnungsgemeinde nehmen den 50. Jahrestag des Mauerbaus zum Anlass, Sie alle zu einem gemeinsamen Treffen im Rahmen der Veranstaltungen zum 13. August in der Gedenkstatte Berliner Mauer an der Bernauer Straße einzuladen.
Treffpunkt: Am 13. August 2011 um 18.00 Uhr in der Kapelle der Versohnung auf dem Gelande der Gedenkstatte an der Bernauer Straße.
Ab 13 Uhr informieren wir Sie gerne ausführlich an einem Informationsstand vor der Kapelle über den weiteren Ablauf des Tages und über das Treffen am Abend. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich dabei in eine Liste eintragen würden, damit wir Sie zu weiteren Treffen und anderen Aktivitaten von Flüchtlingen und Fluchthelfern einladen konnen. Dazu dient auch das angehangte Anmelde- und Kontaktformular.
Im Anschluss an unsere gemeinsame Veranstaltung in der Kapelle wollen wir uns in den Raumen des Vereins Berliner Unterwelten treffen. Naheres wird beim Treffen noch bekannt gegeben.
Dr. Burkhart Veigel für die Fluchthelfer
Dr. Maria Nooke, Gedenkstatte Berliner Mauer
Pfarrer Manfred Fischer, Versohnungsgemeinde
Open-Air-Kino -Geteilte Stadt - geteilte Welt-
11.-13.08.2011, ab 21 Uhr, Ort: Bernauer Straße Ecke Ackerstraße
Vom 11. - 13. August 2011 wird es an drei Abenden jeweils ab 21 Uhr Filmvorführungen unter freiem Himmel an der Bernauer Straße geben. Das Filmprogramm besteht aus einmaligen zeithistorischen Dokumenten, die offentlich zum Teil bisher kaum gezeigt wurden. Es wird durch Gesprache mit Zeitzeugen, Kulturschaffenden und Experten erganzt. Der Eintritt ist frei.
Angebote im Besucherzentrum
12-19 Uhr, Ort: Besucherzentrum, Bernauer Straße 113
12-19 Uhr Film -Mauerweg-Stafette-. Der Berliner Mauerweg - sichtbare Geschichte, die jetzt in einem neuen Film dokumentiert wird. Der Filmemacher Gerd Conradt, Chronist der Stadt und engagierter Berliner, dreht bis zum 13. August die -Mauerweg-Stafette-. Der Film zeigt nicht nur die ganz unterschiedlichen Stadt- und Naturlandschaften des ehemaligen Grenzstreifens, er zeigt auch die Menschen dieser Stadt. Bei der Mauerweg-Stafette tragen Lauferinnen und Laufer eine Berlinfahne entlang der ehemaligen Scheidelinie zwischen Ost und West. Beteiligt sind etwa 500 Lauferinnen und Laufer. Der ehemalige Todesstreifen wird zum Symbol heutiger Lebendigkeit, zum Zeichen friedlicher Versohnung.
18 Uhr Treffen der beteiligten Lauferinnen und Laufer der -Mauerweg-Stafette-
Textquelle und weitere Veranstaltungen: Website