„Stumme Proteste, mehr konnten wir nicht machen.“ - 1968 in Ost-Berlin und Leipzig Gespräch mit den Zeitzeuginnen Franziska Groszer und Karin Wieckhorst
Moderation: Shelly Kupferberg
Museum in der Kulturbrauerei
10. Oktober 2018, 19.00 Uhr
West-Berlin war 1968 einer der Brennpunkte der Studentenrevolte. Aber auch in Ost-Berlin und in der übrigen DDR kam es zu Protestaktionen. Davon berichten die Autorin Franziska Groszer (Berlin) und die Fotografin Karin Wieckhorst (Leipzig). Im Gespräch mit der Journalistin Shelly Kupferberg thematisieren sie die Ost-Perspektive auf die 1968er, das Verhältnis Berlin-Leipzig und natürlich ihre persönlichen Erfahrungen und biografische Einschnitte. Franziska Groszer, Mitbegründerin der Kommune 1 Ost, Lektorin und Autorin. Nach einer öffentlichen Lesung zusammen mit Thomas Brasch und Bettina Wegner erhielt sie Veröffentlichungsverbot und Auftrittsverbot, 1977 wurde sie aus der DDR ausgebürgert. In der Bundesrepublik Deutschland veröffentlichte sie Erzählungen und Jugendromane. 2008 erhält sie aufgrund ihres Engagements gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR den Karel-Kramar-Orden. Karin Wieckhorst, Fotografin aus Leipzig, dokumentiert u.a. die Sprengung der Paulinerkirche. Die Sprengung am 30.05.1968 gilt als einer der bekanntesten demonstrativ kulturfeindlichen Akte von SED-Willkür. Die Fotografin ist bekannt durch ihre Serien „Begegnungen in Ateliers“ aus 1980er Jahren. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung entsteht die Serie „Frauenporträts“.
Das Gespräch ist Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Ausstellung „Die 68er. Fotografien von Ludwig Binder und Jim Rakete“.