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SUMMARY:Hannes Rickli: Fischen lauschen. Beginn einer Datenübertragung aus der Arktischen See.
DESCRIPTION:Der in Zürich lebende Schweizer Künstler präsentiert eine Experimentalanlage\, die gleichsam ein Pilotprojekt künstlerischer Forschung zur Entwicklung ästhetischer Strategien in der wissenschaftlichen Praxis ist. Die audiovisuelle Installation basiert auf audifizierten Daten von Computerprozessen sowie teils live übertragenen\, teils archivierten Videobildern einer verhaltensbiologischen Forschungsstation auf Spitzbergen. Die Arbeitsgruppe um den Fischökologen Prof. Philipp Fischer erforscht auf Spitzbergen Habitate und Migrationen von Meereslebewesen. Um dafür notwendige konstante Messreihen zu erhalten\, wurde vor der Küste die Unterwasserstation RemOs installiert\, welche mit Messsonden und Kameras bestückt konstant aktuelle Daten wie Stereobilder\, Temperatur\, Trübheit oder Salzgehalt des Wassers ans Festland sendet. Über Remote und Datenstreaming kann aus großer Distanz auf diese Daten zugegriffen werden. Bevor die RemOs im Meer versenkt wurde\, hatte Hannes Rickli die Gelegenheit\, zusätzlich zu den bestehenden Sonden sechs eigene akustische Sensoren an neuralgischen Orten in die RemOs einzubauen. Diese zeichnen seither konstant die Klangwelten auf\, welche die Computer\, Prozessoren und Kameras in der RemOs erzeugen\, indem sie die elektromagnetischen Schwingungen registrieren\, während die RemOs ihrerseits die Umgebung dokumentiert. Die Kunstinstallation möchte herausarbeiten\, wie digitale Medien zur Erforschung «natürlicher» Phänomene eingesetzt und dabei selber zum Forschungsgegenstand werden. Digitale Medienpraktiken generieren nicht nur im wissenschaftlichen Labor und im Feldversuch neue\, außerhalb der Medien nicht existierende Welten sondern auch im gesellschaftlichen Lebensalltag. Für das Projekt Fischen lauschen hat Rickli die akustischen Signale der Unterwasserstation sowie die eigentlich ephemeren Videostreams über mehrere Monate aufgezeichnet und archiviert. In der Ausstellung werden diese Daten vielspurig synchron ausgespielt und transportieren damit eine vielschichtige Gleichzeitigkeit einer tausende Kilometer entfernten Forschungsrealität in den Raum der Schering Stiftung in Berlin. Unterschiedliche Displaymethoden zeigen eine variable Zeitlichkeit und lösen das Bild aus der intendierten wissenschaftlichen Pragmatik heraus.
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