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SUMMARY:Ausstellungseröffnung DAS ROTE NEUKÖLLN & Lesung mit Juliane Beer
DESCRIPTION:Eröffnung der Ausstellung DAS ROTE NEUKÖLLN und Lesung mit Juliane Beer aus Berlin\, 2012. [...]Sam und Marlon haben sich längst getrennt und sind bis heute in unmittelbarer Nähe des anderen geblieben. Obwohl er die Ansichten von ihr unerträglich findet und umgekehrt. Zum Beispiel ihre Kapitalismus-Schelte. Geradezu lächerlich für eine Künstlerin!\, stellt Marlon immer wieder fest. Eine Künstlerin bräuchte entweder Käufer mit Kohle oder den kapitalistischen Staat\, der sie durchzöge. Oder eine sozialistische Gesellschaft\, die gerecht verteilen würde\, wirft Sam an dem Punkt ein\, aber das erheitert Marlon nur noch mehr. Ja\, das will er sehen! Genossin W. verschönert die Wände eines volkseigenen Betriebs. Genossin W.\, ihres Zeichens Eigenbrötlerin\, erliegt einer Nervenschwäche\, weil beim Wände verschönern kollektiv auf sie eingeredet wird. Von jedem der seine Verbesserungsvorschläge einbringen möchte.Sam hört schon jetzt nicht mehr hin.Marlon hingegen meint innerhalb der letzten Jahre begriffen zu haben\, dass der Kapitalismus\, so wie er ausgeartet ist\, zwar nichts taugt\, aber funktionieren dürfte\, wenn man sich einen Katalog voll Regeln überlegen würde. „Vollkommene Gleichheit und Gerechtigkeit wird es nicht geben\, nie\, nimm´s hin\, Sammy! Schon gar nicht mit Menschen wie den unseren\, die kaum etwas mehr lieben\, als einen Gott oder wenigstens ein paar Chefs über sich zu stellen\, die festlegen zu lassen was gerecht oder ungerecht ist\, um sie dann dafür zu hassen oder anzubeten.“ „Das bedeutet?“\, will Sam wissen. „Am besten gleich das Feld den Chefs und Göttern überlassen?“ Marlon winkt ab. „Falsche Fährte. Schau dir mal die 20jährigen von heute an\, die wissen Bescheid\,“ er grinst spöttisch\, „weil ihnen beigebracht wurde\, dass nur Verlierer und zu belächelnde Figuren Gerechtigkeit einfordern\, und zwar ohne zu kapieren\, was Gerechtigkeit überhaupt ist.“ Damit ist Marlon bei seinem Thema der letzten Monate angelangt: Der ausgeartete Kapitalismus\, Berlin und seine jungen Einwanderer[...]
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