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SUMMARY:Ausstellung: "ver/schiebungen"
DESCRIPTION:Die Ausstellung A¢-¬A¾ver/schiebungenA¢-¬A" widmet sich der Einschreibung und Transformation performativer Akte in installative Arbeiten sowie Zeichnungen. Die Arbeiten von Sylvie Ungauer und Francesco Finzio stellen auf unterschiedliche Weise den Zusammenhang zwischen Sprechen und Handeln her. Die Referenz bildet hierbei nicht der klassische sprachphilosophische Ansatz von John L. Austin und John Searle\, sondern vielmehr der kulturwissenschaftlich gepragte Diskurs identitarer Konstruktionen von Judith Butler. Ein besonderer Stellenwert wird hierbei der symbolischen Konstruktion von Raum zuteil\, wobei die geschlechtsspezifische Konnotation sowie die allgemeine gesellschaftspolitische und okonomische Bedeutung von Orten und Raumen im Zentrum des Interesses stehen. Die Installation A¢-¬A¾at homeA¢-¬A" (2000) von Sylvie Ungauer besteht aus 15 skulpturalen Elementen\, die auf einem niedrigen Plateau positioniert werden. Jene Elemente sind freistehende Formen\, die an Hüte oder expressionistische Architekturen erinnern. Sie sind aus gebrauchten VHS-Tapes gestrickt. Die Bildtrager\, ihrer Funktion enthoben\, sind kaum noch als solche zu erkennen und definitiv nicht mehr abspielbar\, konservieren aber auf ewig die aufgenommenen Bild- und Toninformationen. Verknüpft mir der Installation A¢-¬A¾at homeA¢-¬A" werden zwei Zeichnungsserien von Sylvie Ungauer prasentiert. Eine Serie zeigt auf sieben großformatigen Blattern (110 x 70 cm) jeweils eine minutiose\, mit Tusche gezeichnete Perücke\, die zu kunstvollen\, teilweise manierierten Frisuren aufgetürmt sind. Wahrend die Haartrachten deutlich auf verschiedene historische Epochen\, Stile und Kulturen sowie Geschlechter verweisen\, fehlt jeglicher direkte bildliche Verweis auf das Tragersubjekt und seine Physis: der menschliche Korper ist schlicht abwesend. An der Bildstelle\, an der der menschliche Kopf abgebildet sein müsste\, prangt im Maßstab 1:1 eine Leerstelle. Die Hangehohe der Zeichnung ist in etwa mit der statistischen Korpergroße eines Durchschnittseuropaers abgestimmt\, so dass sich quasi der Kopf des Betrachters in jene Leerstelle schiebt. Die Serie A¢-¬A¾maisonsA¢-¬A"\, ebenfalls bestehend aus sieben Blattern\, prasentiert Filzstiftzeichnungen\, die im Stile von Magazincovern oder Filmplakaten aus den 50er bis 60er Jahren weibliche Figuren zeigen\, deren regulare Kopfbedeckungen gegen Architekturen im Kleinformat ausgetauscht sind. Jene Gebaude verweisen\, ebenso wie die in den Zeichnungen vermerkten Filmtitel in der Originaltypographie\, auf spezifische Kinofilme und die geradezu emblematischen Architekturen\, die für die jeweiligen filmischen Handlungen und Charaktere eine konstituierende Rolle spielen. A¢-¬A¾How i went in & out of business for seven days and seven nightsA¢-¬A" (2008) von Francesco Finizio setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: einer Installation\, bestehend aus einer Ansammlung variabel konfigurierbarer Alltagsobjekte und einem projizierten Diaporama mit 97 Bildern. Sowohl die Objekte als auch die Bildabfolge sind Derivate einer sieben Tage und Nachte andauernden Performance-Installation\, die Francesco Finizio 2008 in der GalerieACDC in Bordeaux realisiert hat. Wahrend der Performance wurden dem Ausstellungsraum zehn unterschiedliche\, geschaftliche Nutzungen zugewiesen. Jene symbolische\, aber gleichermaßen auch realraumliche Funktion der Ausstellungsraume wurde hergestellt\, indem die Objekte auf jeweils unterschiedliche Art konfiguriert und installiert wurden. Auf der Schaufensterscheibe\, zum Stadtraum hin orientiert\, gab eine Schriftzeichnung\, die in einen weißen\, das Fenster verdeckenden Anstrich geritzt wurde\, Auskunft über die jeweils neue A¢-¬A¡GeschaftsideeA¢-¬-\,¢\, die im Inneren des Gebaudes installiert war: Waschsalon\, Gebetsraum\, Zeitungskiosk etc. Kurze Zeit nach der A¢-¬A¡EroffnungA¢-¬-\,¢ wurde sodann auf gleiche Weise die Schließung kommuniziert. Die Performance A¢-¬A¾moving sculptureA¢-¬A" von Sylvie Ungauer zielt darauf ab\, Perspektiven und Konfrontationen zwischen Kunst und offentlichem Raum als auch solche der Architekturen Moabits zu evozieren. Die bewegliche Skulptur besteht aus miteinander verwobenen Langhaarperücken\, die ihre drei dadurch untrennbar vereinten Trager/innen unkenntlich macht und sie zu einer organischen Skulptur transformiert. Wahrend der ca. 40-minütigen Performance bewegt sich die Skulptur durch den Stadtraum bzw. ausgewahlte Innenraume\, so dass das Publikum zwar immer im Blickkontakt ist\, aber physisch nie denselben Raum teilt. Eroffnung: Freitag\, 22.07.\, 19 Uhr Ausstellung: 23.07.-20.08.\, Di.-Sa.\, 13-19 Uhr
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